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DTM-Titelkampf geht ins Finale: Rast feiert fünften Sieg in Folge, Schumacher ist F3-Europameister

Spannender könnte eine Entscheidung nicht sein: Im deutschen Tourenwagen Masters rückten die drei Titelanwärter nach einem "verrückten" vorletzten Lauf Samstag in Hockenheim auf 15 Punkte zusammen. Und Audi-Pilot René Rast bleibt mit dem fünften Sieg in Folge der Mann der Stunde. Mick Schumacher ist F3-Europameister.

"Ich bin völlig entspannt, denn wir können nur gewinnen und haben nichts zu verlieren", sagte Rosberg-Teamchef Arno Zensen auf der Startaufstellung zum vorletzten DTM-Rennen in Hockenheim - während sein Starpilot und Titelverteidiger René Rast gelassen an seiner Trinkflasche nippte. Eine gute Stunde später hatte es der Wahl-Bregenzer Rast geschafft: Fünfter Sieg in Folge, seit dem Nürburgring Anfang September ungeschlagen und nach aussichtslosem Rückstand zur Saisonmitte vor dem letzten Rennen Sonntag (13.30 MESZ) nur noch 15 Zähler hinter Gary Paffett (239) und neun hinter Paul di Resta (233, beide Mercedes): "Ich vermute mal, bei Mercedes werden heute einige schlecht schlafen", meinte Rast schmunzelnd.

Paffett schimpfte noch in der Auslaufrunde in den Funk: "Lächerlich, wegen so etwas ein Safety-Car auf die Straße zu schicken!", denn neun Runden vor Schluss lagen Teile von der von Augusto Farfus "verlorenen" Fahrertür seines BMW auf der Piste - diese Phase ließ das Feld zusammenrücken, doch auch beim Re-Start hatte Rast die Nase vorn. Während einander Rast und Paffett zuvor über Runden ein faszinierendes Rad-an-Rad-Duell geliefert hatten, fiel Paffett im Finish zurück und musste sogar noch Robin Frijns (Audi) und Timo Glock (BMW) passieren lassen - nur Rang vier für den Briten, der im Dezember schon in die Elektro-Formel E wechseln wird.

Noch unglücklicher agierte der bisherige Tabellenführer Paul di Resta, der nie in der Spitze fuhr und über Rang acht nicht hinauskam.

Die Österreicher waren nach dem vorletzten Rennen schwer enttäuscht: Lucas Auer zeigte sein Können mit seiner neunten "Pole", ließ aber schon in Runde eins nach gewonnenem Start Mercedes-Kollegen Paffett aus teamtaktischen Gründen vorbei, musste aber schon nach sechs Runden wegen eines defekten Gaspedals aufgeben - wofür sich das HWA-Team sofort entschuldigte. "Ab der zweiten Runde blieb es stecken, ich konnte auch nicht mehr richtig bremsen, da konnte ich nur aufgeben", erklärte Auer. Philipp Eng (BMW) kam durch die Boxenstopps vom 12. Startplatz (nach siebenter Quali-Zeit, aber fünf Plätzen Rückversetzung nach seiner dritten Verwarnung in Spielberg) bis auf Rang zwei nach vorn, war nach dem Re-Start kurz Neunter und fiel in der Schlussrunde auf Platz zwölf zurück: "Leider brachte ich in der Schlussphase die Reifen nicht ins richtige Temperaturfenster. Und die Rückversetzung half natürlich auch nicht." Damit waren die drei Punkte Auers für die Trainingsbestzeit die einzige Ausbeute des Österreicher-Duos. Doch der Mercedes-Pilot kann auch Sonntag nicht mehr gewinnen, da er sich der Teamtaktik zugunsten Paffetts und di Restas wird beugen müssen. Eng hingegen kann voll angreifen, da kein BMW-Fahrer im Titelkampf ist.

Mann des Wochenendes ist aber neben Rast auch DTM-Boss Gerhard Berger, dem mit dem Coup, Aston Martin in die Serie zu holen, die Rettung der Meisterschaft geglückt ist. Die Gratulanten standen beim Tiroler Schlange.

Mit leeren Händen stand auch Ferdinand Habsburg nach einem Ausfall schon in der Anfangsphase des ersten der drei Rennen in Hockenheim in der Formel-3-EM da. In Lauf zwei gab es Samstagabend Platz zwölf. Mit Rang zwei sicherte sich Mick Schumacher (19) ein Rennen vor Saisonende den Europameistertitel und damit die nötigen Punkte für die Formel-1-Lizenz der FIA.

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