Motorsport

Formel 1: Aussortierter Nico Hülkenberg feiert Comeback

Nico Hülkenberg feiert sein Comeback in Silverstone. SN/ap
Nico Hülkenberg feiert sein Comeback in Silverstone.

In den vergangenen acht Jahren zählte Nico Hülkenberg zum Stammpersonal in der Formel 1. Nach drei Jahren beim Renault-Werksteam wurde der Vertrag des Deutschen nach dem Ende der vergangenen Saison nicht mehr verlängert. Für die Saison 2020 konnte Hülkenberg keines der 20 Cockpits ergattern. Nun feiert der 32-Jährige beim vierten Saisonlauf ein Sensationscomeback, da Racing-Point-Pilot Sergio Pérez am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet wurde und deshalb nicht beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag an den Start gehen darf. "Ich war auf dem Weg zum Nürburgring für ein anderes Rennprojekt, als der Anruf kam. Das fühlt sich für mich jetzt etwas surreal an, aber ich mag eine gute Herausforderung. Es ist offensichtlich eine schwierige Situation für Racing Point. Ich werde einspringen und versuchen, für das Team das Beste zu geben", erklärte Hülkenberg, der einen unrühmlichen Rekord in der Formel 1 innehat. Bei 177 Rennstarts in der Königsklasse des Motorsports stand Hülkenberg noch nie auf dem Podium.

Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer ist dennoch von den Qualitäten des Ersatzmannes, der vier Jahre lang für den Vorgänger-Rennstall Force India aktiv war, überzeugt: "Kurzfristig einen Ersatz für Sergio zu finden, das ist keine einfache Aufgabe. Mit Nico haben wir aber einen fantastischen Ersatzmann, der das Team sehr gut kennt. Er steht sicherlich vor einer sehr schwierigen Aufgabe, aber er lernt sehr schnell. Ich bin mir sicher, dass er rasch auf Tempo kommen wird."
Für Pérez kommt die Zwangspause wohl zum ungünstigsten Zeitpunkt seiner Karriere. Pérez muss sich sieben oder zehn Tage in Quarantäne begeben und verpasst somit bis zu zwei Rennen in der verkürzten Saison. Darüber hinaus gibt es seit Wochen Spekulationen um seine Zukunft bei Racing Point. Trotz eines gültigen Vertrags, guter Leistungen und potenter Sponsoren im Hintergrund könnte der Mexikaner sein Cockpit am Ende der Saison endgültig verlieren, da Teambesitzer Lawrence Stroll lieber Sebastian Vettel in seiner Mannschaft sehen möchte.

Per Videobotschaft meldete sich Pérez am Freitag zu Wort: "Das ist einer der traurigsten Tage meiner Karriere." Er sei nach dem Rennen in Ungarn mit einem Privatjet in seine Heimat Mexiko geflogen, um seine Mutter nach einem Unfall zu besuchen. Er habe allerdings keine Erklärung dafür, wie er sich mit dem Coronavirus habe infizieren können. "Ich habe mich an alle Vorschriften gehalten. Es zeigt, wie verwundbar wir alle für dieses Virus sind", erklärte der Mexikaner.

Ersatzmann Hülkenberg erreichte bei den freien Trainings am Freitag die Ränge neun und sieben.

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