Formel 1

Fahrervertretung spricht sich für Jeddah-Start aus

Die Formel-1-Piloten haben trotz der Sorgen wegen eines Raketen-Einschlags nahe der Strecke ihren Willen zur Teilnahme am Grand Prix in Saudi-Arabien bekräftigt. Dies sei das Ergebnis langer Diskussionen unter den Piloten, mit den Teamchefs und den Spitzen der Rennserie gewesen, teilte die Fahrergewerkschaft (GPDA) am Samstag mit. Die Qualifikation lief später - von zwei Unfällen abgesehen - wie normal ab, die Pole Position holte sich Sergio Perez im Red Bull.

In Jeddah wird weitergefahren SN/APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC
In Jeddah wird weitergefahren

"Gestern war ein schwieriger Tag für die Formel 1 und ein aufreibender Tag für uns Formel-1-Fahrer", hieß es in dem Statement. Während des Auftakttrainings in Jeddah hatten die jemenitischen Houthi-Rebellen eine Öl-Anlage des Formel-1-Hauptsponsors Aramco wenige Kilometer von der Strecke entfernt angegriffen. "Es war schwierig, ein voll konzentrierter Rennfahrer zu bleiben und alle natürlichen menschlichen Bedenken auszuschalten, wenn man den Rauch von dem Vorfall gesehen hat", schrieb die GPDA.

Mehr als vier Stunden berieten die Piloten in der Nacht zum Samstag über die Konsequenzen. Erst um 2.30 Uhr Ortszeit endete das Treffen. Eine "große Breite von Meinungen" sei diskutiert worden, hieß es. Da die saudischen Regierungsvertreter die maximale Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen versprochen hätten, wollen die Fahrer zum Rennen am Sonntag (19.00 Uhr/live ServusTV, Sky) antreten. "Wir hoffen deshalb, dass man sich an den Großen Preis von Saudi-Arabien für ein gutes Rennen erinnert und nicht wegen des Vorfalls." Der Ton des Statements lässt offen, ob wirklich alle Fahrer voll hinter dem Beschluss stehen.

Für die Formel 1 stellt sich durch die Geschehnisse indes einmal mehr die Frage nach der Auswahl ihrer Partner. Erst vor wenigen Wochen hatte die Rennserie ihre Verträge für Rennen in Russland wegen des Krieges in der Ukraine gekündigt. Andere Grand-Prix-Gastgeber wie Bahrain, Aserbaidschan, China oder Katar stehen wegen ihrer Verstöße gegen Menschenrechte ebenfalls seit Jahren in der Kritik.

FIA und Formel 1 ließen in ihrer Mitteilung erkennen, dass über die Ereignisse von Jeddah noch zu reden sein wird: "Mit allen Beteiligten ist vereinbart, einen klaren und offenen Dialog während des Events und in der Zukunft weiterzuführen." Angeblich kassiert die Rennserie für den Zehnjahresvertrag mit Saudi-Arabien Antrittsgelder von insgesamt 900 Millionen Dollar.

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