Motorsport

Formel 1: Ocon nutzte in Budapest die Gunst der Stunde, Vettel nachträglich disqualifiziert

Im letzten Formel-1-Rennen vor der Sommerpause jubelte ein 24-jähriger Franzose über seinen Premierensieg in der Königsklasse.

Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis Alpine-Pilot Esteban Ocon realisiert, was ihm im letzten Formel-1-Rennen vor der knapp einmonatigen Sommerpause gelungen ist. Der 24-jährige Franzose feierte beim Grand Prix von Ungarn in einem eigentlich unterlegenen Boliden seinen ersten Triumph in der Königsklasse des Motorsports. Ocon profitierte dabei von einem chaotischen Rennverlauf in Budapest. "Was für ein Moment. Wir hatten einige schwierige Phasen in dieser Saison und jetzt haben wir gewonnen", jubelte Ocon. Als Zweiter überquerte Sebastian Vettel die Ziellinie. Der Deutsche wurde allerdings fünf Stunden nach dem Rennende disqualifiziert. In seinem Aston Martin war zu wenig Benzin übrig.

Hauptverantwortlich für ein weiteres spektakuläres Rennen in der laufenden Saison zeigten sich zum einen der Regen und zum anderen der von dem zweiten Startplatz ins Rennen gegangene Mercedes-Pilot Valtteri Bottas - eine brandgefährliche Mischung, wie sich nur wenige Hundert Meter nach dem Start herausstellen sollte. Der Finne hatte beim Beschleunigen mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen und wollte mit einem späten Bremsmanöver vor der ersten Kurve Plätze gutmachen. Bottas unterlief dabei allerdings eine fatale Fehleinschätzung: Der Mercedes-Fahrer donnerte zunächst in das Heck von McLaren-Pilot Lando Norris, der dadurch gegen das Auto von Max Verstappen geschleudert wurde. Auch der zweite Red-Bull-Pilot, Sergio Pérez, wurde von Bottas abgeräumt. Für Norris, Pérez und Unfallverursacher Bottas war das Rennen damit noch vor der ersten Kurve bereits wieder beendet. "Ich habe einen schlechten Start gehabt und habe dann zu spät gebremst, das war mein Fehler. Ich hätte früher bremsen sollen, aber es ist nicht immer einfach, das unter nassen Bedingungen einzuschätzen", erklärte Bottas, der nach wie vor um sein Mercedes-Cockpit in der kommenden Saison zittern muss. Der Grand Prix musste daraufhin unterbrochen werden, Verstappen konnte mit einem schwer beschädigten Boliden weiterfahren und wurde am Ende Neunter.

Beim Re-Start kam es zu einer Szene, die wohl in die Geschichtsbücher der Königsklasse des Motorsports eingehen wird. Da die Strecke während der Pause auftrocknete, entschieden sich alle Piloten am Ende der Einführungsrunde, an die Box zu fahren, um auf Trockenreifen zu wechseln. Lediglich der zu diesem Zeitpunkt in Führung liegende Hamilton blieb auf der Strecke und stand, als die roten Lichter erloschen, allein in der Startaufstellung - ein Bild für die Ewigkeit.

Nach dem Wechsel auf Trockenreifen musste Hamilton das Feld von hinten aufrollen. Davon profitierte vor allem das Mittelfeld rund um Ocon, Vettel, Alonso und Co. Am Ende schaffte der amtierende Weltmeister als Zweiter sogar noch den Sprung auf das Podest und übernahm außerdem die Führung in der WM-Wertung. "Es war ein hartes Rennen, wir machen uns das Leben immer selbst schwer. Ich habe alles gegeben und bin glücklich, in der WM nun vorn zu liegen", sagte Hamilton.

Dass der siebenmalige Weltmeister weiter auf seinen 100. Triumph in der Formel 1 warten muss, "verdankt" er Fernando Alonso. Der Altmeister verteidigte sich in der Endphase des Rennens lange Zeit erfolgreich und sehr hart gegen seinen einstigen Erzrivalen und hielt Ocon damit den Rücken frei. Nach der Zieldurchfahrt umarmte und herzte der lange Zeit als Egoist abgestempelte Alonso seinen um 16 Jahre jüngeren Teamkollegen. "Fernando und ich sind ein super Duo, die Zusammenarbeit ist fantastisch. Viele Leute haben mir Dinge erzählt, bevor er kam, aber das stimmt alles nicht. Er ist ein fantastischer Kerl", streute Ocon seinem Mentor Rosen.

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