Motorsport

Formel 1: Pérez siegt im Strategiepoker von Monaco

Das Wetter sorgte beim Formel-1-Rennen in Monaco zunächst für einen verspäteten Start und dann für mächtig Spannung. Lokalmatador Charles Leclerc hatte wieder einmal viel Pech.

Perez gewann erstmals in diesem WM-Jahr SN/APA/AFP/POOL/CHRISTIAN BRUNA
Perez gewann erstmals in diesem WM-Jahr

Dass nicht nur das Drumherum, sondern auch der Grand Prix selbst beim Formel-1-Gastspiel in Monaco spannend sein kann, zeigte sich bei der 79. Auflage des Traditionsrennens. Denn die Wettervorhersagen für den Sonntag erwiesen sich als richtig: Wenige Minuten vor dem Rennstart setzte der Regen ein - und wurde immer stärker. An einen Start war bei diesen Bedingungen nicht zu denken, die 20 Boliden schmorten nach einer kurzen Proberunde hinter dem Safety-Car in der Boxengasse.

Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung konnte der Grand Prix von Monaco hinter dem Safety-Car auf nasser Strecke gestartet werden. Für Spektakel sorgte in der Anfangsphase des Rennens vor allem Pierre Gasly. Der AlphaTauri-Pilot wechselte als einer der ersten Fahrer auf die Intermediate-Reifen und kämpfte sich mit tollen Aktionen einige Plätze nach vorn.

Strategisches Duell an der Spitze

Das Duell an der Spitze zwischen Ferrari und Red Bull war vor allem ein strategisches. Pole-Sitter Charles Leclerc dominierte sein Heimrennen in der Anfangsphase vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz. Dahinter lauerten die beiden Red-Bull-Piloten Sergio Pérez und Max Verstappen. Als die Strecke langsam auftrocknete, wechselte Pérez früher als sein Teamkollege und die beiden Ferrari auf die Intermediate-Reifen und überholte dadurch Leclerc, der kurze Zeit später wie Verstappen für frische Reifen an die Box kam. Sainz verzichtete zu diesem Zeitpunkt auf einen Stopp. Wenige Runden danach kam das Führungsquartett für Trockenreifen in die Boxengasse - mit dem besseren Ende für den österreichischen Rennstall. Denn die beiden Ferrari wechselten eine Runde früher als die Red-Bull-Boliden die Reifen und hingen nach der Boxenausfahrt hinter langsameren Autos fest. So führte plötzlich Pérez vor Sainz, Verstappen und Leclerc.

Für eine Schrecksekunde sorgte dann Mick Schumacher. Der Haas-Pilot verlor die Kontrolle über seinen Boliden und krachte heftig in die Streckenbegrenzung. Das Rennen musste rund 15 Minuten lang unterbrochen werden.

Nach dem Re-Start verflog die Spannung

Nach dem Re-Start hinter dem Safety-Car war die große Spannung verflogen. Im "Sprintrennen" bis zum Ablauf der Zwei-Stunden-Marke um 18 Uhr tat sich auf der Rennstrecke nicht mehr viel. Pérez, der das komplette Wochenende den schnelleren Eindruck als Teamkollege Verstappen machte, rettete auf abbauenden Reifen seinen Premierensieg im Fürstentum ins Ziel. "Vielen Dank an alle. Ich bin so glücklich, Teil von diesem Team zu sein", jubelte der 32-jährige Mexikaner. Sainz und Verstappen, der seine Führung in der WM-Wertung weiter ausbaute, komplettierten das Podest. "Ich habe mein Bestes gegeben. Die Strategie war wirklich gut", sagte der amtierende Weltmeister.

Pechvogel des Tages in Monaco war einmal mehr Lokalmatador Leclerc. Der gebürtige Monegasse kam zwar erstmals in seiner Heimat ins Ziel, fiel durch strategische Fehlentscheidungen seines Teams aber vom ersten auf den vierten Platz zurück. Der 24-jährige Monegasse konnte sein Pech nicht fassen. "Ich habe keine Worte. Die Saison ist lang, aber das können wir so nicht machen", schimpfte der Ferrari-Pilot. Den Monaco-Fluch konnte Leclerc zwar nicht ganz besiegen, in der WM hat er aber trotzdem noch alle Chancen auf den Titel.

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