Motorsport

Formel 1: Rennen um zwei Plätze neben dem Titelkampf

Am fünften WM-Titel von Lewis Hamilton zweifelt niemand mehr. Offener als der WM-Kampf ist die Vergabe der letzten zwei Cockpits für 2019.

Die Formel 1 hat noch vier Rennen bis zum Saisonende zu absolvieren, und an wesentlichen Fragen gibt's es noch zwei: Wann wird Lewis Hamilton zum fünften Mal Weltmeister (schon diesen Sonntag 20.10 MESZ in Austin oder doch erst am nächsten in Mexiko?) und wer ergattert die letzten beiden offenen Chauffeurstellen für 2019?
Auch wenn bei Racing Point Force India der Kollege des eben verlängerten Sergio Perez noch offiziell nicht bestätigt wurde, weiß jeder, dass es Stroll jun. (Lance) sein wird. Dessen aktuellen Platz bei Williams wird wie berichtet der britische F2-Spitzenreiter George Russell, ein Mercedes-Junior, einnehmen. "Das hat mit Mercedes gar nichts zu tun", versuchte Teamchefin Claire Williams in Austin zu behaupten. Der zweite Platz beim heurigen Nachzügler ist offen, der Russe Sergej Sirotkin hofft, dass seine Sponsor-Millionen von Oligarchen Boris Rotenberg wieder ausreichen. Kontrahent und Ersatzpilot Robert Kubica ließ wissen: "Ich brauche dringend eine Entscheidung." Und etliche andere streben auch zu Williams.
Attraktiver ist da schon das noch offene Cockpit bei Toro Rosso-Honda. Da sind neben Rückkehrer Daniil Kwjat auch ehemalige Red-Bull-Junioren im Gespräch, die Entscheidung steht noch aus.
Apropos Racing Point: - die neuen Eigentümer rund um Rennpapa Lawrence Stroll wollen den Namen des Rennstalls nach der Saison neuerlich ändern. Das wäre der nächste Wechsel. Langzeit-F1-Fans erinnern sich: Aus dem Neulingsteam Jordan GP (ab 1991 in der Formel 1) wurde 2005 Midland, 2006 Spyker, 2008 Force India und 2018 Racing Point. Alles klar?


Formel E: Viele Neue in der Saison fünf

Während in der Formel 1 das Finale naht und mit dem dritten Rennen 2019 in Schanghai der 1000. Grand Prix der Geschichte (seit 1950) ansteht, geht das elektrische Gegenstück in acht Wochen in die fünfte Saison. Am 15. Dezember wird im für Motorsport ziemlich exotischen Land Saudi-Arabien in Riad jenes Rennjahr begonnen, in dem erstmals mit einem Auto dank leistungsstärkerer Batteriensätze 50-Minuten-Rennen durchgefahren werden.
Was ist neu in der Formel E? Neben dem Gen-2-Auto sind es etliche Fahrer, die in diese Klasse wechselten, z. B. "Arbeitslose" aus Formel 1 und DTM. Viele blieben, Routiniers wie Nick Heidfeld blieben übrig und sind draußen. Insider sagen: "In der Formel E sind die Fahrer nach Formel 1, Nascar und manche bei den Indycars am besten bezahlt." In Valencia, auf dem Tormo-Kurs außerhalb der Stadt, wurde diese Woche vier Tage gemeinsam getestet. Dominiert hat dabei die erstmals als offizielles BMW-Werkteam antretende Andretti-Mannschaft mit Ex-Red-Bull-Junior Antonio Felix da Costa (klare Gesamtbestzeit) und Neuling Alex Sims (eine Tagesbestzeit). Zwischen den beiden lag Weltmeister Jean-Eric Vergne (auch ein Ex-Red-Bull-Pilot bis zur F1) von Techeetah, das jetzt die PSA-Luxusmarke DS als Partner gewann und so erstmals Werkstatus hat. Hinter Jérome d'Ambrosio (neu bei Mahindra), dem "derzeitigen Schwager" von Ferdinand Habsburg, André Lotterer (Techeetah), und den Ex-Champions Sébastien Buemi (nun bei Nissan e-dams, dem Renault-Nachfolger) sowie Luca di Grassi (Audi-Abt) war der frühere Ferrari-Star Felipe Massa im von Susie Wolff geführten Venturi-Team Achtschnellster.
In der Formel E gaben außer Massa noch die bisherigen Mercedes-DTM-Fahrer Gary Paffett (HWA) und Pascal Wehrlein (Mahindra) sowie F1-Pilot Stoffel Vandoorne (HWA) ihr elektrisches Debüt. Vandoorne gab zu: "Ich bekam den Sitz durch ein Telefonat mit Toto Wolff." HWA steigt bekanntlich "nahtlos" vom Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in die Formel E um und bereitet den Einstieg von Mercedes 2019 vor - dann wird auch Porsche in die Serie kommen.
Ob der Halb-Österreicher Maxi Günther einen Platz bei Penske-Dragon bekommt, ist noch offen. Auf jeden Fall sind Magna Steyr als Hauptsponsor bei BMW und die Voest als Partner der europäischen Rennen mit an Bord. Apropos Europa: Bern wurde am 22. Juni 2019 als Ersatz für Zürich im Kalender der 13 Rennen in zwölf Städten bestätigt. Ebenso Santiago de Chile am 26. Jänner als dritte Veranstaltung. Neu ist Sanya auf der chinesischen Insel Hainan (23. März), auch in Monaco wird die Formel E fahren (am 11. Mai zwei Wochen vor der Formel 1).

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