Motorsport

Formel 1: Trauer und Bestürzung nach Tod von Rennleiter Charlie Whiting

Bestürzung im Fahrerlager von Melbourne: Der langjährige Rennleiter Charlie Whiting verstarb in der Nacht auf Donnerstag in seinem Hotelzimmer. Er wurde nur 66 Jahre alt.

Trauerminute und Trauerflor: So hat sich die Formel 1 den mit Spannung erwarteten Start in die 70. Saison nicht vorgestellt. Bestürzt und schockiert wurde Donnerstag die Nachricht im Fahrerlager aufgenommen, dass der seit 1997 amtierende Rennleiter der Formel 1, Charlie Whiting, in der Nacht einer Lungenembolie erlegen war. Der 66-jährige Engländer war ein Fixpunkt im Formel-1-Geschehen und ein von allen Seiten respektierter und überall beliebter, umsichtiger Funktionär des Automobil-Weltverbandes FIA.
Dessen Präsident Jean Todt ließ mitteilen: "Ich kannte Charlie seit vielen Jahren, er war ein großartiger Rennleiter, eine zentrale und beliebte Persönlichkeit der Formel 1, die die Ethik und den Geist dieses tollen Sports verkörperte. Die Formel 1 verlor einen treuen Freund und einen charismatischen Botschafter." Ross Brawn, Sportdirektor des Vermarkters Liberty Media, erklärte: "Ich kannte Charlie mein ganzes Leben im Rennsport, wir arbeiteten zusammen als Mechaniker und verbrachten so viel Zeit gemeinsam an den Rennstrecken in aller Welt. Ich bin entsetzt. Das ist ein Riesenverlust für mich selbst, für die gesamte F1-Gemeinschaft, die FIA und den gesamten Motorsport." Wie Todt und Brawn kondolierten auch alle Teamchefs der Familie des 66-Jährigen.

Bestürzung bei den Piloten

"Charlie hat eine Schlüsselrolle in diesem Sport gespielt, er war als Renndirektor für viele Jahre der Schiedsrichter und die Stimme der Vernunft", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Der Renault-Rennstall sah in Whiting "einen der Eckpfeiler und Anführer unseres Sports", Williams nannte ihn "eine wahre Legende".

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel berichtete, Whiting habe ihn noch am Mittwoch auf den ersten Metern seiner Streckenbesichtigung begleitet. "Man konnte ihn zu jeder Zeit alles fragen, seine Tür war immer offen", sagte der Deutsche. Auch Weltmeister Lewis Hamilton lobte die großen Verdienste von Whiting. "Wir werden ihn vermissen", sagte Renault-Fahrer Nico Hülkenberg.
Mercedes-Pilot Valtteri Bottas wollte die Nachricht zunächst nicht glauben. "Er hat so viel für den Sport getan, den wir lieben", twitterte der Finne. Haas-Fahrer Romain Grosjean lobte: "Er hat den Fahrern immer zugehört und für unsere Sicherheit gesorgt."

Offen blieb zunächst, wer als Nachfolger von Whiting den Grand Prix in Australien leitet. Sein Stellvertreter war zuletzt der Amerikaner Scot Elkins.

Er machte Piquet zum Weltmeister

Whiting begann in der Formel 1 1977 als Mechaniker bei Hesketh, wechselte dann zu Brabham (damals im Besitz von Bernie Ecclestone) und führte Nelson Piquet 1983 als Chefmechaniker zum WM-Titel. Whiting verließ Brabham nach dem Verkauf durch Ecclestone 1988 und wurde Technischer Delegierter der FIA, 1997 übernahm er den Posten des Renndirektors und Sicherheitsbeauftragten.
Whiting traf nicht nur stets ausgewogene Entscheidungen, er war auch an vielen Sicherheitsmaßnahmen bei Autos und Ausrüstung der Piloten maßgeblich beteiligt.

Aufgerufen am 23.09.2019 um 06:19 auf https://www.sn.at/sport/motorsport/formel-1-trauer-und-bestuerzung-nach-tod-von-rennleiter-charlie-whiting-67222258

Kommentare

Schlagzeilen