Motorsport

Formel E: Da Costa und BMW bestätigten die Favoritenrolle

Im turbulenten Auftakt in Saudi-Arabien feierte der Portugiese einen Start-Ziel-Sieg, profitierte aber von der Durchfahrtsstrafe für seinen Verfolger und Titelverteidiger Jean-Eric Vergne.

Damit hatte kaum jemand beim Auftakt der fünften Saison der Elektro-Formel E gerechnet: Dass es in Ad Diriyah in der saudischen Wüste am Morgen des Renntags heftig regnen und die Temperatur auf nur 14 Grad sinken würde. Ein Training wurde gestrichen, das zweite verkürzt, die Qualifikation von vier auf zwei Gruppen komprimiert. Das alles konnte Antonio Felix da Costa, den früheren Red-Bull-Junior aus Portugal, nicht beirren: Der BMW-Andretti-Pilot wurde seiner Favoritenrolle nach starken Testleistungen vor der Saison gerecht und holte nicht nur die Zusatzpunkte für die Pole position, sondern feierte auch einen Start-Ziel-Sieg.
"Der aber wäre ohne die Strafe gegen Jean-Eric kaum möglich gewesen", gab da Costa nachher zu: Denn Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) erhielt ebenso wie sein Teamkollege André Lotterer und Serien-Neuling Felipe Massa (Venturi) eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Teamvergehens bei der Energierückgewinnung. Vergne fiel vom zweiten auf den fünften, Lotterer vom dritten auf den siebenten Rang zurück. Beide holten danach rasant auf, der Franzose kam da Costa bis auf 0,4 Sekunden nahe.
"Trotzdem ist das ein toller Erfolg und ein Lohn für die harte Arbeit des ganzen Teams", freute sich der 27-jährige da Costa über seinen erst zweiten Sieg in der Formel E, in der er nun im Auftakt mit 28 Punkten schon acht mehr holte als in der gesamten Saison 2017/18. "Ich vergönne Felix den Erfolg, denn ich weiß, wie sich dürre Jahre anfühlen", meinte Vergne. Die Konkurrenz war sich einig: BMW-Andretti und DS Techeetah werden das Maß der Dinge in dieser Saison sein.
Neben DS Techeetah brachten auch Nissan e-dams (Buemi 6., Rowland 7.), Jaguar (Evans 4., Piquet jun. 10.) und Audi beide Fahrer in die Top ten, doch beim Team-Weltmeister Audi bedeuteten die Plätze acht (Daniel Abt) und neun (Lucas di Grassi) trotz schlechter Startplätze (nach Quali-Disqualifikation) eine ziemliche Enttäuschung. Auch der Deutsch-Österreicher Max Günther (Dragon-Penske) hätte sich mehr erwartet als den 16. Rang nach einer Mauerberührung, nach der er nicht mehr voll angreifen konnte.

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