Motorsport

Formel E: Der siebente Saisonsieger heißt Mitch Evans

Der Protégé von Mark Webber aus Neuseeland beschert sich und Jaguar Racing in Rom den ersten Sieg in der Elektroserie. Für Jaguar war es der erste Erfolg in einer FIA-Meisterschaft seit 1991. André Lotterer und Stoffel Vandoorne holen die weiteren Podestränge. Max Günther bleibt im Pech.

Ein dramatischer E-Prix von Rom brachte wieder einen neuen Sieger: Der 24-jährige Neuseeländer Mitch Evans ist der siebente dieser Saison im siebenten Rennen. Der aus der zweiten Position gestartete Schützling von Mark Webber - der Australier feuerte ihn vor Ort an - lieferte sich mit Pole-Sitter André Lotterer (DS Techeetah) einen spannenden Rad-an-Rad-Kampf. Evans ging mit einem hochriskanten Manöver in Runde 17 (von 29) am deutschen Le-Mans-Sieger vorbei, doch der Duisburger ließ sich nicht abschütteln und versuchte mehrfach zu kontern, allerdings erfolglos. Mit dem letzten Rest Energie kamen beide ins Ziel, Evans behielt eine knappe Sekunde Vorsprung.
Sowohl für Lotterer als auch für den drittplatzierten Stoffel Vandoorne (HWA), der erstmals in seiner ersten Formel-E-Saison aufs Podest kam, war es das beste Saisonergebnis. Titelverteidiger Jean-Éric Vergne fiel durch eine Zeitstrafe wegen Überholens in einer Gelbphase als 14. aus den Punkten. Dort hielt sich lang Maximilian Günther (Dragon-Penske), doch der Deutsch-Österreicher wurde nach zwei Zeitstrafen nur noch als 19. Und Letzter gewertet.
Auf der anfangs nach einem neuerlichen Regenschauer noch nassen Piste waren Unfälle vorhersehbar. In Runde eins crashte Günther, der im Qualifying überraschend auf Startplatz fünf gefahren war. Teile des Wagens flogen davon, als der Allgäuer weiterfuhr. Wenig später schlug Sam Birds Virgin in der Mauer ein, in Runde zwei löste José Maria Lopez im zweiten Penske eine Massenkarambolage von zehn Fahrzeugen aus, die einen Abbruch nach sich zog - die Strecke war völlig blockiert. Involviert waren Paffett, Vergne, Wehrlein, Dillmann, Abt, Lynn, Sims, Turvey und d'Ambrosio. Unbeschädigt kam die Spitze zurück an die Box. Bis auf Gary Paffett (HWA) konnten alle am Re-Start 50 Minuten später dabei sein.
Für Jaguar war der Sieg in Rom der erste in einer FIA-Meisterschaft seit dem Nürburgring-Triumph von Derek Warwick und David Brabham am 18. August 1991 in der Sportwagen-WM im XJR-14. Die Meisterschaft bleibt sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung extrem spannend - dem neuen Gesamtleader Jérome d'Ambrosio (Mahindra) reichte Platz acht, um den bisherigen Spitzenreiter Antonio Felix da Costa (BMEW-Andretti) abzulösen. Rom-Sieger Evans ist erster Leader in der Subwertung der europäischen Rennen der ABB Formel E, die die voestalpine initiiert hat.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 19.10.2020 um 05:59 auf https://www.sn.at/sport/motorsport/formel-e-der-siebente-saisonsieger-heisst-mitch-evans-68749975

Schlagzeilen