Motorsport

Formel E: Die Revolution geht weiter

Die Elektro-Rennserie startet in die fünfte Saison: Mit neuem Auto, fünf "Neulingen" und österreichischer Beteiligung.

Im Vorjahr gewann Audi (Daniel Abt, vorn) die Teamwertung. SN/audi communications motorsport
Im Vorjahr gewann Audi (Daniel Abt, vorn) die Teamwertung.

Dass die Formel E azyklisch von Dezember bis Juli und meist in Metropolen fährt, war eine der Neuerungen, die sich Serienerfinder und Entrepreneur Alejandro Agag hatte einfallen lassen. Und die bewusste Abhebung von "herkömmlichen" Rennserien mit Verbrennermotoren geht weiter.

Elektrifiziert und digital vernetzt, was heute von allen Autobauern gefordert wird, wird in der Formel E umgesetzt. Denn es gibt in der heute, Samstag, in der Wüste von Saudi-Arabien beginnenden fünften Saison erstmals den "Angriffsmodus" für die Fahrer, die kurzzeitig 25 kW mehr Leistung abrufen können (bei anderen Serien hieße das "Push Button"). Fans können für maximal fünf der 22 Fahrer mit dem "Fanboost" durch Wahl über ihr Mobiltelefon ihrem Favoriten weitere Power ermöglichen - was von Skeptikern als Eingriff in das Renngeschehen abgelehnt wird. Doch Agag setzt bewusst auf Interaktion mit den Fans.

Die größte Revolution aber kommt durch den Wechsel des Batterielieferanten (von Williams zu McLaren), und die neuen Speicher haben genügend Leistung für ein Rennen ohne Fahrzeugwechsel wie bisher bei Halbzeit: Nun geht es über 45 Minuten plus eine Runde durch. Für die neue Phase surrender Raserei (bis 240 km/h) hat Dallara als Chassispartner das "Gen2"-Auto fertiggestellt, das noch futuristischer aussieht und gemäß FIA-Bestimmungen für alle offenen Einsitzer nun auch den "Halo"-Bügel als Fahrerschutz aufweisen muss.

Dass der Saisonauftakt für dieses Jahr und die nächsten mit den Saudis abgeschlossen wurde, betrachteten viele mit Skepsis, erst recht seit den politischen Turbulenzen. Doch wie das IOC und andere Sportorganisationen ist auch der spanische Ex-EU-Parlamentarier Agag neuen Schauplätzen genauso wenig abgeneigt wie finanzkräftigen Partnern - schließlich schaffte er es auch, als einzige FIA-WM einen Titelsponsor zu gewinnen: Am Fünfjahresdeal mit dem Schweizer Weltkonzern ABB war auch der Salzburger Kommunikationschef von ABB, Christoph Sieder, beteiligt.

Apropos österreichisch: Mit Magna Steyr als Hauptsponsor bei BMW-Andretti und der Voestalpine als Sponsor einer eigenen "EM" bei den fünf Europarennen wollen auch zwei heimische Vorzeigeunternehmen Flagge in Elektromobilität zeigen. Und einen österreichischen Fahrer gibt es nun auch: Der 21-jährige Max Günther aus Rettenberg im Allgäu hat einen deutschen und österreichischen Pass von Vater bzw. Mutter (Vorarlbergerin). Der Ex-F2-Fahrer ist einer von fünf Neulingen in der Formel E, die alles andere als Rennsport-Rookies sind: Felipe Massa, Ex-F1-Vizeweltmeister, fährt für Susie Wolffs Venturi-Team, Stoffel Vandoorne kommt von McLaren, Gary Paffett (beide bei HWA, das den Mercedes-Einstieg in einem Jahr einläutet) als amtierender DTM-Champion, dazu noch Oliver Rowland (Nissan-eDams) und Alex Sims (BMW-Andretti). Titelverteidiger sind der Franzose Jean-Éric Vergne, Ex-Red-Bull-Junior und Toro-Rosso-Pilot, sowie Audi in der Teamwertung.

Formel E 2018/19: 15. 12. Ad Diriyah (SAR); 12. 1. Marrakesch (Mar); 26. 1. Santiago (CHI); 16. 2. Mexiko-Stadt; 10. 3. Hongkong; 23. 3. Sanya (CHN); 13. 4. Rom; 27. 4. Paris; 11. 5. Monaco; 25. 5. Berlin; 22. 6. Bern; 13./14. 7. New York.

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