Motorsport

Formel E: Erfinder Agag kann aus dem Vollen schöpfen

Für die Elektroserie interessieren sich immer mehr Metropolen. Wien ist nur eine davon, die auf den Elektrozug aufspringen könnte. Doch die Sache wird zunehmend kostspieliger.

Die Formel E beginnt Samstag ihren Europateil von Saison fünf - mit einer eigenen Subwertung aus den fünf Rennen in Rom, Paris, Monaco, Berlin und Bern, die nur aus den Podestplätzen errechnet wird. "Einen Europameisterschaftstitel dürfen wir durch die FIA-Regularien nicht vergeben, aber das Konzept der voestalpine für diese Wertung ist großartig und bringt den Fahrern noch eine zusätzliche Motivationsspritze", sagt Formel-E-Erfinder und -Promotor Alejandro Agag vor dem siebenten Saisonlauf in Rom.

Er erwartet sich in Italiens Hauptstadt ein "volles Haus", will heißen: 35.000 Fans rund um den 2,87 km langen Kurs im Cittadino dell'EUR: "Die 14.000 Tribünenplätze waren an einem Tag ausverkauft. Wir konnten sogar für den Shakedown am Freitag 4000 Tickets absetzen", berichtete der Spanier. Der die Formel E insgesamt "auf einem guten Weg nach oben" sieht, aber auch zugibt: "Es gibt noch sehr viel zu tun." Zum Beispiel beim Kalender für Saison sechs, der noch nicht endgültig fixiert ist, aber Agag sagte auch: "Allein in der letzten Woche habe ich zehn seriöse und ambitionierte Anfragen neuer Kandidaten bekommen."

Gerüchteweise soll in der nächsten Saison Schanghai (statt Hongkong?) vertreten sein, fix ist bereits die Rückkehr nach London in die Docklands. In Wien gab es Vorgespräche von Formel-E-Vertretern, Agag selbst musste einen Termin bei Bürgermeister Michael Ludwig kurzfristig verschieben, wird aber bald nach Wien kommen.
Die Formel E wird für Bewerberstädte jedenfalls teurer: "Zu Beginn unseres Abenteuers haben wir alle Kosten für die Rennen selbst getragen, doch die sollen jetzt nach und nach an die Städte übergehen. Wir werden wohl bisher von uns finanzierte Rennen gegen jene, die die Städte selbst tragen, auswechseln." Nichtsdestotrotz sind Rom und auch Paris, der nächste Schauplatz am 27. April, gesichert - der Vertrag mit Paris wurde eben für drei Jahre verlängert.
Und eine Anmerkung konnte sich Agag nicht verkneifen. "Als ich Bernie Ecclestones Bemerkungen, dass die Formel E immer größer werde und bald der Formel 1 schaden könnte, las, rief ich ihn spontan an und sagte, "Hey Bernie, das ist super was du jetzt von dir gibst." Obwohl auch Agag zugab: "Wäre Bernie noch der Macher der Formel 1, würde er wohl anders urteilen."
Der ehemalige Europa-Abgeordnete bestätigte auch: "Die Formel 1 wird nie ersetzt werden. Aber die Formel E wird ihr nahekommen. Nur: Die Formel 1 hat eine Geschichte über 1000 Rennen, die haben wir nicht." Doch was Agag prophezeite: "Wir fahren jetzt mit dem Gen2-Auto. Das der Generation vier oder fünf wird gleich schnell sein wie ein Formel 1."

Österreichs Anteil an der Formel E nimmt in Rom wieder zu: Neben der voestalpine und Magna Steyr (Sponsor bei BMW-Andretti) ist auch der Deutsch-Österreicher Max Günther im Dragon-Penske anstelle von Felipe Nasr wieder dabei. "Ich kann vorerst nur meinen Einsatz hier bestätigen, über die weiteren Saisonrennen wird danach entschieden", sagte der Allgäuer in Rom. "Zuerst einmal gilt meine volle Konzentration diesem Rennen. Dragon hatte eine schwierige Zeit, wir wollen jetzt zeigen, was wir wirklich leisten können. Ich hoffe auf meine ersten Punkte." Die kämen hier dem Team von Jay Penske besonders gelegen, denn der Hauptsponsor des Teams ist auch Titelpartner des E-Prix von Rom (Geox).

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