Motorsport

Formel E: In Marokko überraschen die Inder

Verrückter E-Prix in Marrakesch: Der frühere belgische F1-Fahrer Jérôme d'Ambrosio profitiert von einer Kollision der führenden BMW-Piloten im Finish und gewinnt sein drittes Rennen in der Formel E - der indische Hersteller Mahindra wiederholt den Vorjahressieg in Marokko.

Da wunderten sich die etablierten Teams der Elektro-Formel E ein wenig, als plötzlich die Konkurrenten von Mahindra Racing völlig ausflippten, am meisten Teamchef Dilbagh Gill - denn die Inder wiederholten den Vorjahressieg von Felix Rosenqvist (der Schwede wechselt heuer in die Indycar-Meisterschaft) im E-Prix von Marrakesch am Samstag durch einen abgebrühten Belgier Jérôme d'Ambrosio. Der Lebensgefährte von Eleonora, der Schwester von Ferdinand Habsburg, hielt sich beim Start und im Finish aus Kalamitäten heraus und siegte trotz Drucks der Verfolger.

Nach dem Start hatte Weltmeister Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) Pole-Sitter Sam Bird (Envision Virgin) attackiert und sich dabei gedreht, er fiel auf den letzten Platz zurück. Im Finish verbremsten sich beide BMW-Andretti-Piloten, Ad-Diriyah-Sieger Antonio Felix da Costa und Alexander Sims, beim Kampf um die Spitze - der Portugiese schied aus, der Brite konnte weiterfahren und wurde Vierter. Doch d'Ambrosio blieb unbeeindruckt, rettete sich vor Robin Frijns und Bird Im Audi-Kundenteam von Virgin ins Ziel. "Ein unglaubliches Finish, ich freue mich so für mein Team, das sich so hart vorbereitete. Jetzt die Meisterschaft anzuführen ist natürlich wunderbar", erklärte der Belgier. Sein Teamchef jubelte: "Marrakesch muss für uns ein magischer Platz sein, zwei Mal in Folge hier zu gewinnen ist phantastisch." Kurios: D'Ambrosio gewann sein drittes F-E-Rennen, konnte aber erstmals auf dem obersten Stockerl feiern - seine beiden ersten Siege erhielt er nachträglich durch Disqualifikation des jeweiligen Ersten. Nach dem Ende der Safety-Car-Phase (wegen des gestrandeten BMW von da Costa) ging es in der allerletzten Runde zur Sache, doch d'Ambrosio verteidigte geschickt die Spitze.

Vergne und Teamkollege André Lotterer fuhren noch auf die Plätze fünf und sechs, die weiteren Punkte gingen an die Ex-Champions Lucas di Grassi (Audi) und Sebastien Buemi (Nissan) sowie Mitch Evans (Jaguar) und Daniel Abt (Audi).

In der WM führt nun d'Ambrosio mit 40 Punkten vor da Costa und Vergne (je 28) sowie Lotterer (19), Frijns und Bird (je 18).

Der Deutsch-Österreicher Max Günther wurde im Dragon-Penske Zwölfter und erhofft seine ersten Punkte in der Formel E im nächsten Lauf am 26. Jänner in Santiago de Chile.

Wahl-Salzburger Haase gewinnt Dubai-Marathon

Das 24-Stunden-Rennen von Dubai für GT3-Fahrzeuge brachte am Wochenende einen Doppelsieg der Audi-Kunden. Den siegreichen R8 LMS von Car Collection Motorsport pilotierte der im Salzburger Land wohnhafte Deutsche Christopher Haase gemeinsam mit Dimitri Parhofer (GER), Frédéric Vervisch (BEL) und Rik Breukers (NED). Der Wiener Mirko Bortolotti, der die "Pole" herausgefahren hatte, holte mit dem Deutschen Engelhart und den Schweizern Ineichen/Ineichen im Lamborghini Huracán des steirischen Grasser-Teams Platz vier gefolgt vom Steirer Klaus Bachler im Attempto-Audi; Die weiteren Österreicher Alexander Hrachowina und Martin Konrad wurden im besten Mercedes AMG GT3 von HTP gemeinsam mit DTM-Mehrfachchampion Bernd Schneider und Indy Dontje (NED) Siebente.

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