Motorsport

Holpriger Start ins Heimrennen für KTM - Sturz von Oliveira

Nicht optimal hat der Motorrad-Heim-GP der Steiermark für KTM begonnen. Gleich im ersten Training der MotoGP fabrizierte Top-Pilot Miguel Oliveira am Freitag in Spielberg einen schmerzhaften "Highsider" und musste wegen Handschmerzen zur ärztlichen Untersuchung. Der Portugiese nahm am zweiten Training nicht mehr teil. Die erste Bestzeit ging in 1:23,805 Min. an Takaaki Nakagami.

KTM-Pilot Oliveira stürzte im ersten Spielberg-Training SN/APA/AFP/RONNY HARTMANN
KTM-Pilot Oliveira stürzte im ersten Spielberg-Training

Der japanische Honda-Fahrer war dabei am Vormittag aber noch auf trockener Strecke unterwegs gewesen. Am Nachmittag war im leichten Regen zunächst Marc Marquez der Schnellste, auf aufgetrockneter Piste fuhr Aprilia-Pilot Lorenzo Savadori (ITA) Bestzeit (1:31,304). Es waren die ersten Trainings nach der Rücktritt-Ankündigung von Valentino Rossi. Der Italiener ging es im FP2 als 22. und Letzter zurückhaltend an. 

Oliveira hatte laut ersten Untersuchungen an der Strecke keinen Knochenbruch erlitten, klagte aber anhaltend über Schmerzen in der rechten Hand. "Wir müssen uns das noch genauer ansehen", sagte Teammanager Mike Leitner auf ServusTV. Weil Dani Pedrosa zudem einen technischen Defekt hatte, musste Leitner eingestehen: "Wir sind nicht so ins Wochenende gestartet, wie gewünscht. Wir brauchen ein trockenes Training um zu wissen, wo wir stehen." 

KTM ist dank bärenstarkem Motor und guten Bremsen zusammen mit Ducati Favorit in den beiden Spielberg-Rennen. Von den bisher sechs Rennen seit dem MotoGP-Comeback des Red Bull Rings sind die ersten fünf an Ducati gegangen, Oliveira beendet im Vorjahr mit seinem Premierenerfolg die Siegesserie der Italiener.

Der Sturz Oliveiras passierte in Kurve 3 und damit an jener Stelle, die im Vorjahr nach Horrorszenen umgebaut und massiv abgesichert hatte werden müssen. Die Piloten hatten sogar für weitere Maßnahmen wie einer Schikane vor der Kurve plädiert. 

Die Motorrad-WM war damals nicht nur bei dieser Szene, als Rossi und Maverick Vinales von durch die Luft fliegenden Bikes nur um Zentimeter verfehlt wurden, haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. In der Moto2 raste KTM-Fahrer Hafizh Syahrin bei über 200 km/h in das Bike eines gestürzten Fahrers, Vinales musste bei 218 km/h von seinem bremsenlosen Bike abspringen. 

Beim damaligen WM-Doppel hatte die Zweirad-WM alles Glück dieser Welt. Wiederholen sollten sich solche Vorfälle besser nicht. Bremsen-Hersteller Brembo hat für den Vollgas-Ring in der Steiermark mit seinen vorschlaghammerartigen Bremspunkten spezielle Bremsscheiben entwickelt, die extrem hohe Temperaturen managen können. 

Mit dabei waren Freitag auch Cal Crutchlow und Pedrosa. Crutchlow (35) ist bei Petronas-Yamaha für Franco Morbidelli (Knieoperation) eingesprungen und bildet zusammen mit Rossi (42) das derzeit älteste Fahrerduo. KTM-Testfahrer Pedrosa nimmt erstmals seit seinem Rücktritt an einem Rennen teil, um schon für 2022 vorzuarbeiten. WM-Punkte kann er als Wild-Card-Fahrer keine machen. 

Marquez glänzte vorerst im Regen. Und das, obwohl der Spanier wegen seiner mehrfach operierten Schulter und den Armproblemen eine andere Position am Bike als früher einnehmen muss. Probleme hat der achtfache Weltmeister vor allem beim Umlegen der Honda. "Ich habe zwar in der Pause körperlich weitere Schritte gemacht, aber nicht genug. Bei zu hartem Training kommen Schmerz und Einschränkungen wieder zurück", berichtete Marquez.

Schnellster in der Moto 2 war Marco Bezzechi (Kalex), in der Moto3 erzielte Honda-Pilot Darryn Binder Bestzeit. Der Österreicher Maximilian Kofler, der nach seinem Mugello-Sturz wegen angebrochener Rückenwirbel drei Rennen pausieren musste, fand sich vorerst als 28. am Ende des Moto3-Feldes wieder. "Es war trotzdem voll cool. Vor allem die Zuschauer sorgen dafür, dass ich weniger an den Rücken denke", sagte der 20-jährige Oberösterreicher.

Kofler hat auch Nähe zum Austrian Junior Cup, der in Spielberg erstmals im internationalen Rahmen mit dem Nordic Talent Cup fährt. Der Österreicher Niklas Kitzbichler überraschte dabei mit Bestzeit im ersten Training. 

Am Samstag folgen bei voraussichtlich Sonne die 3. Trainings und die Qualifyings für die Rennen am Sonntag. Für den Renntag droht wegen einer Unwetterfront derzeit eine Regenwahrscheinlichkeit von 75 Prozent. 

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Aufgerufen am 27.10.2021 um 11:11 auf https://www.sn.at/sport/motorsport/holpriger-start-ins-heimrennen-fuer-ktm-sturz-von-oliveira-107665042

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