Motorsport

KTM hofft auf erneuten Spielberg-Heimsieg und Feier mit Fans

Nach dem Vorjahrestriumph von Miguel Oliveira hofft KTM auch beim diesjährigen MotoGP-Doppel in Spielberg auf einen Heimtriumph. Speziell deshalb, weil man dieses Erlebnis nun wieder mit den Fans teilen könnte. "Der Sieg war genial. Aber gleichzeitig waren wir auch traurig, weil wir damit alleine waren", sagte Sportdirektor Pit Beirer vor dem ersten der zwei kommenden MotoGP-Acts am 8. und 15. August auf dem Red Bull Ring. KTM alleine bringt 18.000 Mitarbeiter an die Strecke.

KTM-Piloten Oliveira und Binder vor MotoGP-Heimrennen in Spielberg SN/APA/HERBERT NEUBAUER/HERBERT NEU
KTM-Piloten Oliveira und Binder vor MotoGP-Heimrennen in Spielberg

Beim Hersteller aus Oberösterreich ist man nach einem äußerst zähen Saisonbeginn im Hoch, weil seit Mugello die RC16 wieder richtig gut läuft und Oliveira in Katalonien auch schon wieder gewonnen hat. Der in Wien-Landstraße lebende Portugiese, der in der fünfwöchigen Sommerpause geheiratet und in St. Wolfgang geflittert hat, ist wie "Topdspeed-Weltrekordler" Brad Binder (362,4 km/h in Mugello) top motiviert. In dem Wissen, dass die KTM dank ihrer starken Bremsen maßgeschneidert ist für den hügeligen Stop-and Go-Kurs in Spielberg, sind die Hoffnungen auf Podestplätze oder einen neuerlichen Sieg nicht unberechtigt.

Beirer hofft, dieses Mal mit tausenden Fans auch aus dem eigenen Unternehmen feiern zu können. Die Innentribüne ist ja schon beim Red-Bull-Double bei der Formel-1- von den holländischen Verstappen-Fans orange eingefärbt geworden, nun wollen die KTM-Fans nachlegen. Praktisch die ganze Firma kommt dank Betriebsferien mit ihren Angestellten und deren Familien zur MotoGP, außer der Motorsport-Abteilung stehen Mattighofen und Munderfing dieser Tage so gut wie leer.

"Wenn jemand etwas klauen will, dann jetzt", scherzte Beirer am Dienstag bei einem Medientermin in Wien. "Aber er wird nichts finden", ergänzte der Deutsche angesichts der gigantischen Verkaufszahlen der Gruppe. Das Corona-Jahr 2020 war schon ein Rekordjahr. 2021 hält man bereits zur Halbzeit bei der Umsatz-Milliarde, toppt also alles nochmals.

Auch sportlich will KTM in der MotoGP bald ganz oben sein. Der Wahl-Wiener Oliveira macht kein Geheimnis daraus, dass er den WM-Titel anstrebt. "So rasch wie möglich", lautet der Zeitrahmen des Portugiesen, der nach neun Saisonrennen in der Fahrerwertung auf Platz sieben liegt, 71 Zähler hinter dem französischen WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha).

"Wir hoffen natürlich, dass wir an die jüngsten Vorstellungen und ans Vorjahr anknüpfen können", sagte Mike Leitner. "Wir müssen aber den Ball flach halten und auf der Hut sein, denn wir wissen nicht, was die anderen nach der Pause so bringen", warnte der erfahrene Teammanager. "In der MotoGP machen mittlerweile sehr kleine Unterschiede sehr viel aus. Zwei Zehntel sind wie Tag und Nacht."

Unvergessen sind auch bei den KTM-Fahrern die Horrorszenen aus dem Vorjahr in Kurve 3. Die Wünsche der Piloten nach einer Schikane oder einem anderen Einfahrtswinkel konnten nicht erfüllt werden, man hat die aus gut 325 km/h angebremste Rechtskurve aber wieder gut abgesichert. Auch Binder hofft, dass sich solch gefährliche Vorfälle nicht mehr wiederholen und der Südafrikaner weiß, wovon er spricht. "Ich war ja erste Reihe fußfrei dabei."

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