Motorsport

Milliardär kostet Red Bull Racing den Titelsponsor

Aston Martin wechselt wegen des neuen Investors Lawrence Stroll den F1-Partner: Von Red Bull zu Racing Point.

Auf zu neuen Ufern: Die Red-Bull-Renner fahren ab 2021 ohne den Aston-Martin-Schriftzug.  SN/APA/AFP/ANP/SEM VAN DER WAL
Auf zu neuen Ufern: Die Red-Bull-Renner fahren ab 2021 ohne den Aston-Martin-Schriftzug.

Gegen Entwicklungen in der internationalen Automobilwirtschaft ist auch ein Formel-1-Team nicht gefeit. Das weiß man nun auch bei Red Bull Racing. Denn das österreichisch-britische Team verliert mit Ende der kommenden Saison seinen Titelsponsor Aston Martin. Warum? Die finanziellen Probleme des britischen Nobelsportwagenbauers, der erst 2018 erstmals seit Jahren Gewinne schrieb - aber jetzt wieder dringend Investoren braucht - machten die Suche nach solchen nötig.

Und man wurde bei einem Sportwagen- und Rennsport-"verrückten" Milliardär fündig: Lawrence Stroll. Der Kanadier ukrainischer Abstammung (eigentlich Lawrence Sheldon Strulowitch) hat seinem Sohn Lance eine Motorsportkarriere finanziert, die bis in die Formel 1 führte - und derzeit bei Racing Point stagniert.

Das frühere Force-India-Team benötigte Stroll als Investor ebenso dringend und verkaufte ihm Anteile. Nun wird Stroll sen. auch Investor bei Aston Martin Lagonda, wo man große Erwartungen in das neue Sport-SUV DBX und elektrifizierte Modelle (inklusive der Wiederbelebung der Marke Lagonda) setzt. Für den DBX bauten die Briten sogar ein eigenes Werk in St. Athans. Das alles kostet viel Geld. Da kommt ein Investor wie Stroll gerade recht: Der 60-Jährige wird 16,7 Prozent der Anteile für umgerechnet 204 Mill. Euro erwerben. Das wird Stroll, der mit seinem Investment in die Luxusmarken Pierre Cardin, Ralph Lauren, Tommy Hilfiger und Michael Kors reich wurde, kaum hart treffen: Sein Vermögen betrug 2019 laut "Forbes" 2,6 Mrd. US-Dollar. In seiner Privatgarage stehen etliche Ferrari, McLaren und Ford - da passt der eine oder andere Aston noch gut dazu.

Und so wandert auch das Aston-Martin-F1-Budget zwangsläufig zu Racing Point ab der Saison 2021 - heuer wird Aston Martin noch auf den Red-Bull-Boliden zu sehen sein. Die Verbindung, die 2016 in Melbourne verkündet und begonnen wurde, wird aber nicht ganz abreißen: "Aston Martin und Red Bull Technologies (das ist die ebenfalls in Milton Keynes angesiedelte Hightech-Tochter) werden weiter am gemeinsamen Valkyrie-Projekt arbeiten", hieß es. Das ist der von Adrian Newey (Red Bull) und Marek Reichman (Aston Martin) konzipierte Supersportwagen, der in Rennversion in der Langstrecken-WM (WEC) debütieren wird.

Der Deal zwischen Racing Point und Aston Martin soll auf zehn Jahre abgeschlossen sein, mit einem Sponsorvertrag über vorerst vier Saisonen (2021-24). Aston Martin erwirbt dadurch Anteile an Racing Point.

Racing Point hat einen langfristigen Motoren-Vertrag mit Mercedes. Dort wiederum ist die Sportwagenabteilung AMG seit Langem mit Aston Martin verbunden - technisch wie finanziell. Wie sich der Einstieg von Aston bei Racing Point auf den aktuellen österreichischen Sponsor BWT auswirken wird, ist noch unklar. Racing Point stellt seinen neuen Boliden für Sergio Perez und Lance Stroll am 17. Februar vor - in Mondsee am Firmensitz von BWT.

Seit Red Bull Racing mit Aston Martin als Titelsponsor unterwegs war, gelangen zwölf Siege.

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