Motorsport

Red Bull hofft auf mehr PS auf der Powerstrecke

Beim Grand Prix von Kanada in Montréal werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

Monte-Carlo-Sieger Daniel Ricciardo freut sich auf Montreal.  SN/ap
Monte-Carlo-Sieger Daniel Ricciardo freut sich auf Montreal.

Vier Mal jenseits der 300 km/h, an der schnellsten Stelle (vor dem Ziel-S, nach dem die berüchtigte "Wall of Champions" lauert) 330 km/h, dazu heuer eine dritte DRS-Zone für einfacheres Überholen: Der Circuit Gilles Villeneuve auf der Insel Notre-Dame ist eine echte Powerstrecke, die nicht nur maximale Leistung, sondern auch hundertprozentige Bremskraft erfordert. Und weil der Grand Prix von Kanada (Sonntag 20.10 MESZ) nicht nur für die Bewohner Montréals den "offiziellen" Sommerbeginn markiert, sondern auch eine Standortbestimmung der Entwicklung in den einzelnen Teams ist, kommt dem Rennen knapp vor Saisonhalbzeit besondere Bedeutung zu.

Vor allem bei Red Bull Racing. Denn die Entscheidung für einen Motorenpartner für 2019/20 ist überfällig. Der bisherige, Renault, urgiert längst eine Antwort. Doch bei Red Bull will man eben den Powertest auf der Insel Notre Dame abwarten. Sowohl Renault als auch die Alternative Honda, die seit Saisonstart das Juniorteam Toro Rosso exklusiv beliefert, stehen zur Wahl. Bekannt soll die Wahl des österreichisch-britischen Teams beim Heim-GP in Spielberg (1. 7.) werden. Entscheidend werden aber die Zuverlässigkeit und der reale Leistungsgewinn in Kanada sein.

Renaults Sportchef Cyril Abiteboul verspricht ein Update seiner Antriebseinheit ohne spezifische Angaben. Honda kündigt ein Leistungsplus von 27 PS primär durch Verbesserungen am Verbrennungsmotor an. F1-Boss Toyoharu Tanabe sagt: "60 Prozent der Runde werden unter Volllast gefahren. Nach den schnellen Passagen gibt es enge Kurven, danach wieder einen Beschleunigungstest, bei dem Drehzahl und ansprechende Turboleistung wichtig sind. Darauf haben wir uns konzentriert." Schon in Barcelona waren die Toro-Rosso-Fahrer an Messpunkten schneller als alle Renault-Piloten. Die Frage ist aber auch, ob die Zuverlässigkeit bei beiden Herstellern durch das Upgrade kompromittiert wird.

Doch die Vorfreude nach dem sensationellen Monaco-Triumph von Daniel Ricciardo ist bei Red Bull Racing getrübt. Technikchef Adrian Newey bestätigte, dass die in Monaco kollabierte Energierückgewinnung MGU-K Schaden nahm, dass man mit einem Tausch und einer Startplatzstrafe für den Australier rechnen müsse.

Andrerseits ließ Mercedes-Sportchef Toto Wolff durchblicken, dass das geplante Upgrade der Antriebe aller Mercedes-Teams (Werk sowie Force India und Williams) auf das folgende Rennen in Le Castellet (24. 6.) verschoben wird, weil Unzuverlässigkeiten bei der letzten Überprüfung auftauchten. Das alles könnte Ferrari in die Hände spielen.

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