Motorsport

René Binder - ein Tiroler fährt 2019 alle Langstrecken-Klassiker

Der frühere GP2-Pilot René Binder wechselt von Monoposti zu Prototypen und bestreitet ein Doppelprogramm in den USA und Europa. Zu seinen neuen Chefs zählen ein Monaco-Sieger und ein Fußball-Weltmeister.

In Amerika kam er auf den Geschmack: "Ich mag die Rennen und die Strecken dort sehr", sagt René Binder nach seinem Debütjahr mit ausgewählten Straßenrennen bei den Indycars. Eine Fortsetzung in einem der etablierten Teams gelang zwar nicht, doch sein bisheriger Rennstall Juncos legte ein attraktives Angebot für Sportwageneinsätze vor. Und so wird der Zillertaler, Neffe des früheren Formel-1-Piloten Hans Binder, 2019 den Endurance-Cup im Rahmen der IMSA-Sportwagenmeisterschaft bestreiten - in einem Cadillac-Prototypen für das in Indianapolis ansässige Team des Argentiniers Ricardo Juncos.
Die vier Langstreckenrennen, die Binder bestreiten wird, sind die 24 Stunden von Daytona Ende Jänner (mit den Teamkollegen Will Owen, Kyle Kaiser und Augustin Canapino), die 12 Stunden von Sebring Mitte März, die Sechs Stunden von Watkins Glen Ende Juni und das "Petit Le Mans", die zehn Stunden von Road Atlanta im Oktober. Binder kam kürzlich auf dem Kurs von Homestead nahe Miami zum ersten Test im Cadillac und war nach fast 1000 Kilometern an zwei Tagen angetan: "Der Prototyp ist schneller als gedacht, ich hatte von der ersten Runde an Spaß. Die Umstellung vom Monoposto ist nicht ganz einfach, du siehst die Räder vorn nicht mehr und kannst Bremspunkte schwieriger einschätzen. Aber es lief sehr gut mit überraschend geringen technischen Problemen, und die kamen nur von der Software." Nächste Erfahrungen im Juncos-Cadillac wird Binder beim Daytona-Vortest Anfang Jänner sammeln - und dabei auch auf prominente Konkurrenten ebenfalls in Cadillacs treffen wie Fernando Alonso und Rubens Barrichello. Zudem wird mit dem Salzburger Philipp Eng in einem BMW M8 GTE ein weiterer Österreicher in Daytona antreten.
In Europa wird Binder die European Le Mans Series (ELMS) für die Mannschaft von Olivier Panis (der letzte französische GP-Sieger, Monaco 1996) und Fabien Barthez (Fußball-Weltmeister 1998 und Europameister 2000 mit Frankreich) bestreiten. Eingesetzt wird ein Ligier-Gibson LMP2. Zu den ELMS-Rennen kommen auch die 24 Stunden von Le Mans Mitte Juni, womit Binder 2019 alle Langstrecken-Klassiker bestreiten wird.
"Wir können in der ELMS und in Le Mans um den Sieg mitfahren, meint Panis überzeugt, auch sein Kompagnon als Teameigner, Simon Abadie, ist ähnlich zuversichtlich: "Wir sind von Binders Talent überzeugt und erwarten eine starke Saison. Er ist jung, schnell und zuverlässig." Teamkollege wird der Kurzzeit-F1-Fahrer Will Stevens werden, der dritte Pilot wird ein Franzose sein. Panis-Barthez wird zwei Prototypen einsetzen, im zweiten sind Nachwuchsfahrer eingeplant.
Binder freut sich natürlich besonders auf sein Le-Mans-Debüt und die ersten Runden in der Nacht: "Da ist die größte Herausforderung, keine Fehler zu machen." Vor dem Saisonhöhepunkt wartet auf den Tiroler auch noch viel Arbeit am Simulator. In der ELMS will "ich schon Podestplätze schaffen."

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