Tokio 2020 Zum Olympia-Schwerpunkt ...
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Basketball: Gold ohne Glanz statt Dream-Team-Zauber

Die US-Basketballer stehen im Olympia-Finale. Aber NBA-Power bieten längst auch die anderen Teams.

Kevin Durant.  SN/AP
Kevin Durant.

Pflicht erfüllt, Match abgehakt: Die US-Basketballer stehen im Endspiel von Tokio und können zum vierten Mal nacheinander olympisches Gold gewinnen. Die Mannschaft um Superstar Kevin Durant setzte sich am Donnerstag in Saitama gegen Australien 97:78 (42:45) durch.
Eine Galavorstellung war es aber nicht, die die US-Boys ablieferten. Sie lagen zwischenzeitlich mit 15 Punkten zurück. Doch dann legten Durant und Co. den Schalter um und bestätigten die Einschätzung der Basketball-Experten: Wenn sie wollen, spielen die Amerikaner immer noch das beste Basketball von allen. Läuft es aber nicht wie gewünscht, dann kann die Truppe von Trainer Gregg Popovich, der in der NBA Coach des Österreichers Jakob Pöltl bei den San Antonio Spurs ist, auch einmal verlieren. So wie zum Auftakt des Turniers gegen Frankreich. Es war die erste Niederlage bei Olympia seit 2004 gewesen. Superstar Durant von den Brooklyn Nets war gegen Australien mit 23 Zählern überragender Akteur der Amerikaner. Der 32-Jährige war schon bei den Olympiasiegen 2012 und 2016 dabei.Auf weitere große Namen hatte Popovich verzichten müssen. LeBron James, Bradley Beal und Kevin Love sagten für Tokio ab. Weil einige Akteure erst verspätet zum Team stießen, verliefen auch die Testspiele nicht nach Plan. Nach Niederlagen gegen Nigeria und Australien regte sich Kritik, was Coach Popovich erzürnte: "Zu sagen, man muss ein Team deklassieren, ist respektlos gegenüber dem Gegner. Kein Team deklassiert ein gutes anderes Team."
Der Glanz früherer Auftritte diverser "Dream Teams" ist ohnedies verblasst. Das liegt auch daran, dass längst nicht mehr die USA allein die NBA-Granden zu Olympia bringt. Die nordamerikanische Profiliga ist weltoffen geworden und versammelt Basketballkönner von allen Kontinenten. Alle Teams des Turniers außer Iran haben Legionäre aus der besten Liga der Welt im Kader. Bei Nigeria sind es gleich acht von 15 Spielern, bei Frankreich fünf und bei Weltmeister Spanien drei, darunter der 41-jährige Dauerbrenner Pau Gasol. Australien, das die USA im Halbfinale ärgerte, setzt im Kampf um die erste Olympiamedaille im Basketball auf sieben aktuelle oder ehemalige NBA-Cracks.
Gegner im Finale ist der WM-Dritte Frankreich, der Slowenien knapp mit 90:89 niederrang. Der kleine Nachbar Österreichs ist regierender Europameister, hat aber noch nie zuvor bei Olympia mitgespielt. Niemand verdeutlicht die Globalisierung der einst US-fokussierten Sportart mehr als Luka Doncic, für viele bereits der beste Spieler des olympischen Turniers. Der Point Guard von den Dallas Mavericks setzte schon zum Auftakt mit 48 Punkten gegen Argentinien ein Glanzlicht. Der 22-Jährige aus Laibach gilt als kommender Topstar - selbst für NBA-Verhältnisse.

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