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Diskus-Ass Lukas Weißhaidinger bereit für den nächsten Nervenkrimi

Gleich zum Auftakt der Leichtathletikbewerbe am Freitag bei den Olympischen Spielen in Tokio ist mit Lukas Weißhaidinger Österreichs Top-Medaillenhoffnung im Olympiastadion an der Reihe.

Lukas Weißhaidinger. SN/gepa
Lukas Weißhaidinger.

Die Diskus-Qualifikation steht zu in Österreich nachtschlafender Zeit an (2.45/4.20 Uhr), das Finale aber gibt es am Samstag um 13.15 und damit zur Mittagstunde. Die Quali ist für einen Weltklasseathleten ein Klacks, möchte man meinen. Bei Weißhaidinger kann es auch ein Nervenkrimi sein.

2018 bei der EM in Berlin und 2019 bei der WM in Doha war die Ausscheidung um den Finaleinzug jeweils eine Zitterpartie. In Deutschland und in Katar, wo er zu einem Ersatz-Diskus greifen musste, weil seiner nicht genehmigt worden war, hatte er jeweils die geforderte Weite für den Direktaufstieg nicht erreicht, musste die Ergebnisse der zweiten Gruppe abwarten. Er stieg letztlich einmal als Elfter, einmal als Zwölfter auf. Und errang jeweils die Bronzemedaille. Auf das Podest in Japan zu kommen ist auch das Ziel nach der intensiven und langen Olympiavorbereitung.

"Mein Plan ist ein bisschen, dadurch dass wir so knapp anreisen und so beschäftigt sind und so viel drumherum ist, dass wir nicht viel überlegen. Mir ist lieber, er macht ihn ungültig als auf Sicherheit. Ich habe lieber zwei ungültige und er macht es im Dritten oder gleich im Ersten. Ich bin da fürs Riskieren", sagte Trainer Gregor Högler zur APA zur möglichen Taktik.

"Lukis Meinung ist immer, und das ist auch richtig, ich kann in der Quali nichts gewinnen. Aber ich kann das Finale verlieren", berichtete der Trainer. Högler hofft also, dass die Coronatests, die Sicherheitsmaßnahmen, das ganze Prozedere genug Ablenkung verschaffen. "Wir haben das in Norwegen gesehen, da hatten wir an zwei Tagen drei Coronakontrollen, dann Dopingkontrolle mit zweimal Blutabnahme, einmal Urinprobe. Das war alles so viel, das musst du erst einmal verarbeiten. Da bleibt nicht mehr viel, daran zu denken, was wir jetzt machen."

Das Duo plante die Sommerspiele als Kurzreise. Weißhaidinger wird seinen Aufenthalt in Japan so kurz wie möglich halten. Abflug am Dienstag, Ankunft und Einzug ins olympische Dorf am Mittwoch, Qualifikation am Freitag und Finale am Samstag, das sah der Plan vor. "Mir ist klar, dass es ein Risiko ist und ich die Verantwortung übernehme. Man wird dann sehen, wer recht hat", sagte Högler, der von der Konkurrenz berichtete, die teilweise eine lange Akklimatisierung in Japan vornahm.

Freilich gab es auch für Weißhaidinger eine Art Anpassung an die japanische Zeit. In der Nacht auf 20. Juli simulierte der Oberösterreicher um drei Uhr in der Südstadt in einem Training die Olympia-Qualifikation.

Anfang Juni verbesserte Weißhaidinger in Eisenstadt den vom ihm gehaltenen österreichischen Rekord auf 69,04 m, damit ist er Vierter der Jahresweltbestenliste hinter dem schwedischen Topfavoriten Daniel Stahl (71,40), dem Slowenen Kristjan Ceh (70,35) und dem Schweden Simon Pettersson (69,48). "Was mir jetzt noch fehlt, ist eine Olympiamedaille. Die will ich 2021 in Tokio holen. Dafür wird man, so glauben mein Trainer und ich, 70 Meter werfen müssen", glaubt Weißhaidinger.

Österreich hat in der Leichtathletik bisher sieben Medaillen bei Sommerspielen geholt. Die einzige Goldmedaille errang 1948 in London im Speerwurf Herma Bauma. Die bisher letzte geht auf das Konto von Stephanie Graf mit Silber 2000 in Sydney über 800 m.

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