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Jamaikanerin sagt Österreich Danke: "Medaille auch für euer Land"

Megan Tapper, die Bronze-Gewinnerin im 100-Meter-Lauf, hat ihre Medaille Österreich gewidmet. Die Jamaikanerin wird von Dadic-Trainer Philipp Unfried betreut.

Riesenfreude bei Megan Tapper.  SN/AP
Riesenfreude bei Megan Tapper.

Noch vor dem Antreten seiner österreichischen Top-Athletin Ivona Dadic im Siebenkampf hat Philipp Unfried bei den Olympischen Spielen in Tokio Grund zu großer Freude gehabt. Die von ihm betreute Jamaikanerin Megan Tapper gewann am Montagvormittag (Ortszeit) in 12,55 Sekunden hinter Jasmine Camacho-Quinn (PUR/12,37) und Kendra Harrison (USA/12,52) die Bronzemedaille über 100 m Hürden. Das gibt der ganzen Trainingsgruppe in St. Pölten Auftrieb.

Tapper ist 27 Jahre alt, hieß mit Mädchennamen Simmonds und ist mit Mathue Tapper verheiratet, der ebenfalls einer ihrer Coaches ist. "Österreich hat mir so viel gegeben, ich hoffe, ihr werdet mich als eure Tochter adoptieren, diese Medaille ist auch für euer Land", sagte die überglückliche Athletin. Zu Saisonbeginn sei es nicht gelaufen, die Trainer hätten das Vertrauen in sie aber nicht verloren. "Das hat definitiv dazu beigetragen, dass ich heute hier bin."

Ihre Olympiakampagne hatte sie teilweise mit dem Verkauf von Kleidung und Material finanzieren müssen. "Jeder Einzelne, der diese Reise unterstützt hat, bekam einen Polster, eine Decke, einen Hut, eine Jacke und ein Shirt. Dieser Sieg gehört ihnen, dieser Sieg gehört uns." Entgegen der landläufigen Meinung verdiene man in der Leichtathletik, wenn man keine große Nummer sei, nicht so viel Geld. "Ich musste mein Einkommen aufbessern, um das zu tun, was ich tun konnte. Ich musste in Österreich trainieren. Ohne das Geld dieser Leute hätte ich das nicht zusammengebracht, also danke."

Unfried zeigte sich anfangs "total sprachlos". "Sie ist in den letzten Wettkämpfen vor den Spielen schon super gerannt und hat die jamaikanischen Meisterschaften gewonnen. Damit war natürlich klar, dass es das Ziel ist, dass sie vorn reinrennt. Dass sie wirklich eine Medaille macht, ist einfach richtig, richtig cool", sagte der Trainer, der 2012 in London mit dem Finaleinzug und Platz sieben seines damaligen Schützlings Beate Schrott im Hürdensprint einen Riesenerfolg im Zeichen der fünf Ringe gefeiert hatte.

Tapper habe in der Trainingsgruppe eine "ganz lässige Rolle", auch was die jungen Athleten angehe. "Ich glaube, dass das unseren jungen Sprintern zeigen kann, was möglich ist. Sie haben einfach gesehen, welche Schwierigkeiten sie teilweise im Training hatte und so weiter. Und dass sie oft auch nicht so weit dahinter sind." Er bedankte sich beim Österreichischen Verband, dass die Arbeit mit Tapper möglich sei. "Ich glaube, dass das unsere Jungen weiterbringt und ihnen extrem viel Auftrieb gibt. Aber es braucht auch das Verständnis der Verantwortlichen im Verband, dass sie das zulassen."

Er habe schon Nachricht von Karin Strametz bekommen, die der Trainingsgruppe in St. Pölten ebenso angehört wie Magdalena Lindner. "Sie hat geschrieben, das sei super, sie freue sich schon wieder auf das Training, das sei neben der Ivi in der Gruppe eine super Motivation", erzählte Unfried. "Je mehr gute Athleten du hast, desto mehr sehen die Jungen, dass das halt einfach auch geht."

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