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Leichtgewicht Bettina Plank bei Karate-Premiere mit unbekannten Gegnerinnen

Wie beim Klettern und Skateboard wird Österreich auch im Karate und damit einer weiteren neuen Sportart im Zeichen der fünf Ringe vertreten sein.

Bettina Plank. SN/GEPA pictures
Bettina Plank.

Beim Debüt von Bettina Plank am Donnerstag im Budokan von Tokio (10.00 Uhr MESZ) gibt es aber zwei Wermutstopfen: Plank muss in der zusammengelegten Kumite-Klasse bis 55 kg antreten, wird unter den nur zehn Teilnehmerinnen eine der Leichtesten sein. Und Karate fliegt 2024 in Paris wieder aus dem olympischen Programm.

Akklimatisiert hat sich Plank 400 km von Tokio entfernt in Kameoka. Die 29-jährige Vorarlbergerin wurde von Trainer Juan Luis Benítez Cardenes, einer Physiotherapeutin und einem weiblichen und einem männlichen Salzburger Trainingspartner begleitet. "Das Situationstraining mit meinen flinken Sparringpartnern war genau richtig, um die Sicherheit auf der Matte zu finden", sagte die European-Games-Goldmedaillengewinnerin von 2019 in ihrer Stammklasse bis 50 kg.

Dabei ging es auch darum, herauszufinden, mit welcher Taktik man den Reichweitenvorteil der Gegnerinnen ausschließen kann. "Es wird spannend. Der Unterschied zu Judo ist, dass es nicht so um Kraftaspekte geht, sehr wohl um die Distanz. Wenn sie größer sind, sind auch die Arme länger", sagte Plank. Ganz unbekannt ist ihr freilich das Training mit den Schwereren und Größeren nicht gewesen. "Wir haben in Österreich nicht den Luxus zu sagen, wir trainieren nur mit Leichtgewichten. Für meine eigene Gewichtsklasse ist das natürlich ein Nachteil."

Die Situation bei Olympia sei für alle gleich. Es werde darum gehen, wer damit besser umgehen könne. "Es sind neue Erfahrungen für alle Seiten." Von den zehn Kämpferinnen kommen sechs aus der Klasse bis 50 und vier aus jener bis 55. Von Letzteren kennt sie eine.

Karate ist in den Disziplinen Kumite, in dem der Sieger im Zweikampf ermittelt wird, und Kata (Formlauf), bei dem man allein einen bestimmten Ablauf von Techniken zeigt, bei den Sommerspielen vertreten. Im Kumite kämpft in zwei Fünferpools im Round-Robin-System jede gegen jede, Plank bekommt also vier Kämpfe. Die jeweils ersten zwei steigen ins Halbfinale auf, es gibt zwei Bronzemedaillen.

"Eine totale Ausnahmesituation"

"Ziel und Traum wäre eine Medaille. Realistisch betrachtet weiß keiner, was einen erwartet. Es sind Situationen, die wir noch nie hatten, und Gegnerinnen, denen wir noch nie vorher begegnet sind. Es ist eine totale Ausnahmesituation", weiß Plank. Freilich sei es ein Nachteil, dass sie aus der 50er-Klasse komme. "Aber ich glaube, es hängt davon ab, wie ich mit der Situation umgehen kann an dem Tag." Heuer habe sie es noch nicht geschafft, ihre Leistung so zu zeigen, wie sie es von sich erwartet habe. "Ich setze momentan eher darauf, mich auf mich zu konzentrieren. Und das abzurufen, wozu ich imstande bin."

Es sei "tragisch", dass Olympia - vorerst zumindest - ein einmaliges Erlebnis bleiben werde. "Jetzt haben wir mal erfahren dürfen, was es heißt, eine olympische Sportart zu sein. Es ist ein Wahnsinn", stellte Plank fest. "Einiges wird danach sicher wieder weniger gut laufen. Wenn die Ringe dahinterstehen, ist ein Olympische Komitee dahinter, das ermöglicht, dass man den Qualifikationsweg gehen kann. Denn sonst kann sich das ein Verband nicht leisten."

Teams aus dem Nichts rausgestampft

Nationen, die vorher nicht so präsent waren, hätten aus dem Nichts ein Team rausgestampft. "Die Dichte ist enorm gewachsen - Länder wie Kasachstan, Usbekistan, Taipeh, generell Asien. Und jeder ist überall hingeflogen, da ist in der Qualifikation gar nichts anderes übrig geblieben."

Wenn viele sagen, sie hätten schon als Kind von Olympia geträumt, dann trifft das auf Plank nicht zu. "Weil Karate nicht olympisch war. Als Kind habe ich nicht begreifen können, was olympisch oder nicht olympisch bedeutet. Als Kind macht man die Sportart, die man gern macht, die man liebt, wo das Herz dafür brennt. So war es bei mir auch."

Sie habe mit neun Jahren damit angefangen. "Ich war ein Kind, das Action wollte. Papa hat mir das vorgeschlagen, weil ein paar Nachbarjungs schon ins Karatetraining gegangen sind. Es hat mir vom ersten Tag an voll getaugt."

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