Tokio 2020 Zum Olympia-Schwerpunkt ...
Sport

Salzburger Karateduo lebt seinen Olympiatraum

Aleksandra Grujic und Matthias Kowarik sind als Trainingspartner für Österreich in Tokio.

Ex-Weltmeisterin Alisa Buchinger hat das Olympiaticket verpasst, dennoch ist Salzburg mit zwei Karatekas in Tokio vertreten: Aleksandra Grujic (18) und Matthias Kowarik (19) durften als Trainingspartner von Österreichs einziger Teilnehmerin Bettina Plank nach Japan reisen.

Die beiden haben zwar als erfolgreiche Nachwuchs-WM- und EM-Teilnehmer schon einiges gesehen, doch der Olympiatrip übertrifft alles: "Wir werden wie vollwertige Teilnehmer behandelt", berichtet Aleksandra Grujic im SN-Gespräch. Für die Mission Tokio der in Linz lebenden Vorarlbergerin spielen sie eine wichtige Rolle. Durch die Zusammenlegung von Gewichtsklassen ist die Bandbreite an Gegnerinnen groß. "Ich passe von Größe und Gewicht her zu Betty, während Matthias mit seiner Statur und Schnelligkeit die 55-Kilogramm-Kämpferinnen simulieren kann", erklärt Grujic.

Gastgeber drücken die Daumen für Österreich

Der Tag X für Plank wird der Donnerstag sein, Vorrunden und Finale werden an einem Tag durchgezogen. Erst am Montag bezog der österreichische Karatetross Quartier im olympischen Dorf, zuvor war die Abordnung neun Tage lang auf Trainingslager in Kameoka, rund 400 Kilometer südlich von Tokio, gewesen. Von der in Japan weitverbreiteten Anti-Olympia-Stimmung war dort nichts zu spüren, im Gegenteil, wie Grujic berichtet: "Die Leute dort haben uns toll aufgenommen und waren megafreundlich." Mit einer Teezeremonie samt traditioneller Musik hießen die Gastgeber die Österreicher willkommen und lasen ihnen jeden Wunsch von den Augen ab. Sprachen-Fan Grujic versuchte sich mittels Duolingo-App in japanischer Konversation. Zum Abschied gab es eine Verabschiedung im VIP-Raum des Stadions von Kyōto Sanga, wo einst der Ex-Salzburger Masaya Okugawa spielte. Die Salzburger sind sicher: "Unsere Gastgeber werden Betty fest die Daumen drücken."

Einziger Wermutstropfen für Kowarik und Grujic: Karate wird 2024 nicht olympisch sein, erst 2028 könnten sie selbst im Zeichen der fünf Ringe antreten. Umso glücklicher sind sie über die Tokio-Reise, die zugleich Vorbereitung auf ihr eigenes Großereignis war: In drei Wochen steigt die Nachwuchs-EM in Tampere (FIN).


Bettina Plank lobte ihre Trainingskollegen: "Für mich war es wichtig gut anzukommen, mich zu akklimatisieren, mich auf die Zeitumstellung gut anzupassen. Das Situationstraining mit meinen flinken Sparringpartnern war genau richtig, um die Sicherheit auf der Matte zu finden."

Ab Dienstag wird im ehrwürdigen Tokioter Nippon Budokan trainiert. Plank: "Ich war erst einmal hier, aber nur auf der Tribüne als Zuseherin. Ich werde mir alles genau anschauen, die Halle erkunden. Am Mittwoch gibt es schon die Registrierung, danach die Abwaage und Auslosung. Und am Donnerstag ist mein Tag." Dort kämpft Bettina Plank mit neun weiteren Weltklasse-Athletinnen in der zusammengelegten Olympischen Klasse bis 55 Kilogramm um Gold, Silber und Bronze.

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