Tokio 2020 Zum Olympia-Schwerpunkt ...
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Siebenkampf: Start ins Ungewisse für Mayr und Dadic

Vor dem olympischen Leichtathletik-Siebenkampf gab es wenig Standortbestimmungen für das Österreich-Duo und die Konkurrenz.

Der Wecker klingelt am Mittwoch sehr früh bei Ivona Dadic und Verena Mayr. Das ist so ziemlich das einzige, was man vor dem olympischen Siebenkampf (Start: Mittwoch, 2.35 Uhr MESZ/9.35 Uhr Ortszeit) mit Gewissheit sagen kann. Wegen Corona waren die Gelegenheit rar, sich zu messen. Dazu kommt der Unsicherheitsfaktor Hitze. Die beiden Oberösterreicherinnen zählen zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen. Auf diese Aspekte wird es in Tokio ankommen:

Wettkampfpraxis. Mayr hat im Juni in Ratingen (GER) ihren ersten Siebenkampf seit der mit Bronze gekrönten WM 2019 in Doha mit 6254 Punkten abgeschlossen. Dadic stieg ebendort nach drei Disziplinen aus, war aber davor im wettkampfarmen Jahr 2020 die Weltbeste mit 6419 Zählern gewesen. Beides war kein echter Maßstab - WM-Bronze holte Mayr (damals noch Preiner) mit 6560 Punkten. Letzte Formüberprüfungen gab es mit Starts in Einzeldisziplinen.

Hitze. Österreichs bewährte Hitze-Prophylaxe kommt im 35 Grad heißen Tokio zum Tragen. Dadic will bei Bedarf Kühlwesten nützen und in der langen Mittagspause zwischen Hochsprung und Kugelstoßen ein Eisbad im Olympischen Dorf nehmen. Mayr hat zusätzlich einen Miniventilator eingepackt.

Akklimatisierung. Mayr traf erst am Freitag in Tokio ein, wo sie ihr Olympiadebüt gibt. Die Ebenseerin hat ein gutes Gefühl: "Ich habe trainiert, was möglich war, damit ich mit Selbstbewusstsein hier stehen kann." Ivona Dadic wollte eine längere Anpassungszeit, auch aus der Erfahrung von Rio 2016: "Den Fehler mache ich nicht wieder, damals bin ich relativ knapp angereist. Ich bin während des Wettkampfs müde geworden, das möchte ich in Tokio verhindern. Wir wollen mir die Zeit geben, dass ich mich anpasse."

Konkurrenz. Wie stehen die anderen da? Es gab wenig Vergleichsmöglichkeiten seit dem Frühjahr 2020. Top-Favoritinnen in Tokio sind Titelverteidigerin Nafissatou Thiam aus Belgien sowie die Britin Katarina Johnson-Thompson, die sich allerdings im Dezember die Achillessehne gerissen hat. "Das Feld ist ziemlich offen, die Saison war insgesamt gut, aber nicht überragend", sagte Dadic, die auch die Ungarin Xenia Krizsan, die Niederländerin Anouk Vetter und die Deutsche Carolin Schäfer auf der Rechnung hat. "Der Kreis um die Medaillen ist sehr groß, acht bis neun Athletinnen." Zu guter letzt nannten sich die Österreicherinnen selbst gegenseitig.

Bereits vor dem Siebenkampf feiern durfte Dadic-Trainer Philipp Unfried: Die Jamaikanerin Megan Tapper bedankte sich nach Bronze über 100 Meter überschwänglich bei Österreich. Sie gehört Unfrieds Trainingsgruppe in St. Pölten an.

Zeitplan Siebenkampf: Mittwoch: 100 m Hürden (2.35), Hochsprung (3.35), Kugel (12.05), 200 m (13.30); Donnerstag: Weitsprung (2.40), Speer (5.30), 800 m (14.20).

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