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Weißhaidingers Medaille: Das geplante Wunder

Gratulation an Lukas Weißhaidinger: Seine Medaille ist das erste Edelmetall für einen männlichen Leichtathleten aus Österreich in 125 Jahren Olympia.

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Standpunkt Gerhard Öhlinger
Lukas Weißhaidinger holte im Diskurswurf die Bronzemedaille.  SN/AP
Lukas Weißhaidinger holte im Diskurswurf die Bronzemedaille.

Der Erfolg des Innviertler Kraftlackels ist das Produkt von beharrlicher Aufbauarbeit, akribischer Tüftelei und einer Portion Verwegenheit. Sein Trainer Gregor Högler pokerte hoch mit seiner unorthodoxen Herangehensweise beim Projekt Tokio. Weißhaidinger trainierte in der Vorwoche im Schein von Baustellen-Scheinwerfern in Österreich, als sich seine Konkurrenten schon in Japan akklimatisierten. Erst drei Tage vor der Qualifikation reiste er an - alles richtig gemacht, muss man im Nachhinein sagen.
Typen wie Gregor Högler, der auch als ÖLV-Sportdirektor viel bewegt hat, braucht der Sport in Österreich. Von seinen Ideen für die Hitzeprävention profitiert in Tokio das gesamte österreichische Olympiaaufgebot. Und er hat ein Prämienmodell aufgestellt, das Erfolge wirklich gebührend honoriert.
Doch am Grundproblem des österreichischen Sports wird auch Weißhaidinges Medaille nichts ändern. Es fehlt außer im Fußball und bei den Skifahrern an der Breite. Wenn man die hierzulande sehr dünn besetzten Starterfelder bei Wettkämpfen in der Kernsportart Leichtathletik sieht, wirkt es wie ein Wunder, dass unser Land gleich mehrere Weltklasse-AthletInnen hervorbringt.

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