Peking 2022 Alles zu Olympia 2022
Olympia 2022

Olympiasportler reisen mit mulmigen Gefühlen nach Peking

Negativ bleiben war höchste Priorität für die ÖOC-Athleten vor dem Flug nach Peking. Ein Coronafall im Skisprungteam zeigt, wie real die Ansteckungsgefahr ist.

Alles gepackt: Biathlet David Komatz ist reisefertig für Peking.  SN/GEPA pictures
Alles gepackt: Biathlet David Komatz ist reisefertig für Peking.

Für 49 österreichische Athletinnen und Athleten beginnt heute, Freitag ,das Abenteuer Olympia so richtig. Sie treten die Reise nach Peking per Direkt-Charterflug von Wien in die chinesische Metropole an. Und lautet das Motto vor so einem Großereignis sonst stets "positiv bleiben", so hatte diesmal genau das Gegenteil höchste Priorität.

Die Sorge vor der Ansteckung und positiven Corona-Tests geht um. Mehr denn je gilt: Wer zu den Spielen will, muss die Zeit davor gesund überstehen. Skirennläuferin Cornelia Hütter sagte dazu kürzlich: "Wenn du es nach China schaffst, hast eh schon gewonnen." Snowboard-Crosser Alessandro Hämmerle wollte sich nicht komplett abschotten: "Wenn ich mich nur daheim verstecke, werde ich deppert bis zum Rennen. Dann fahr' ich wahrscheinlich auch bei Olympia nicht vorne mit."

Parallel-Boarder Alexander Payer beruhigt sich mit Blick auf die Zahlen. Etwa fünf Prozent der Einreisenden in Peking sind positiv getestet worden: "Da habe ich noch immer eine sehr gute Chance, dass ich zu den anderen 95 Prozent gehöre."

Biathlet Simon Eder hätte als Vater einer schulpflichtigen Tochter ein höheres Risiko, allerdings war diese ohnedies daheim: "Es hatte in der Klasse mehrere Omikronfälle gegeben, so hat sich das auch gelöst." Dass der 38-jährige Olympia schon drei Mal erlebt hat, macht die Zitterpartie für ihn einfacher erträglich, für andere "wäre ein Ausfall sicher ein größeres Drama als für mich".

Sein Teamkollege Felix Leitner setzt auf Null Risiko: "Die letzten fünf Tage bin ich nur daheim. Wir haben gesagt, dass die Freundin lieber bei sich daheim bleibt, dass ich mich abschotte", sagte der Tiroler. Für den Ernstfall haben die Biathleten eine Quarantäne-Tasche mit. "Damit man etwas dabei hat, wenn man ,abgeführt' wird", sagte Eder. "Aber da warten jetzt auch keine Unmenschen auf uns. Das wird sicher auf eine gewisse Art und Weise passen."

Froh, wieder Maskenträger um sich zu haben, war Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser nach der Rückkehr von den X-Games in Aspen. "Ich bin fast paranoid geworden, weil fast niemand eine Maske aufhatte. Es ist eine große Angst da, dass man positiv testet." Ski-Freestyler Matej Svancer setzt indes auf jugendliche Unbekümmertheit.: "Ich habe es viel feiner gefunden, dass sich die Menschen einmal ohne Masken treffen, dass ich das ganze Gesicht sehe."

Skeleton-Pilotin Janine Flock war im April positiv ("Das hat mich eineinhalb Monate außer Gefecht gesetzt") und hat den kompletten Impfschutz, eine weitere Infektion ist aber immer möglich: "Ich bin auf der Hut, habe aber keine Angst, denn man darf sich nicht narrisch machen." Snowboarderin Julia Dujmovits fühlt sich - geimpft und genesen - "super-super-entspannt" und sagt: "Ich drehe mein Leben nur wegen Covid nicht ab."

Kontakte reduziert haben auch die Skispringer. Stefan Kraft isoliert sich daheim und schickt seine Freundin zum Einkaufen, Sara Marita Kramer vermeidet das gemeinsame Essen mit der Familie. Im Skisprunglager gab es vor dem Weltcup ab heute, Freitag, in Willingen, Coronaalarm: Der nicht für Olympia nominierte Clemens Aigner ist positiv getestet worden. Der ÖSV geht auf Nummer sicher und schickte Aigners Trainingspartner Philipp Aschenwald und Ulrich Wohlgenannt (beide negativ) in Quarantäne. Manuel Fettner, Daniel Tschofenig und Jan Hörl nehmen die schon vorher beschlossene Wettkampfpause in Anspruch. Kraft und Kramer sind so wie Bischofshofen-Sieger Daniel Huber in Willingen mit von der Partie.

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