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Olympia 2022

Rodler-Chef Friedl: "Unser Anspruch sind zwei Medaillen"

Die Rennrodler liefern seit 30 Jahren immer Olympiamedaillen. Der Erfolgsarchitekt verrät die Geheimnisse hinter dieser Serie.

Thomas Steu und Lorenz Koller kennen die Tücken der Olympiabahn bereits.  SN/AP
Thomas Steu und Lorenz Koller kennen die Tücken der Olympiabahn bereits.

Wer einen sicher Medaillentipp für Österreich bei Olympia sucht, sollte auf das Rodelteam setzen. Seit 1992 haben die ÖRV-Asse zuverlässig bei allen Spielen Edelmetall erobert.

Es sieht gut aus, dass die Serie auch bei den neunten Olympischen Spielen in Folge fortgesetzt wird. "Wir verfügen zum ersten Mal in meiner 16-jährigen Tätigkeit in Österreich über Medaillenanwärter in allen drei Disziplinen", sagt Sportdirektor und Cheftrainer René Friedl im SN-Gespräch. Bei den Einsitzern können Titelverteidiger David Gleirscher, sein Bruder Nico und Europameister Wolfgang Kindl nach Edelmetall greifen. Die Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller waren in dieser Saison zuverlässig auf dem Stockerl. Und Madeleine Egle hat sich mit fünf Siegen bei den Frauen in die Favoritinnenrolle gebracht.

Für den gebürtigen Thüringer Friedl ist dieses Leistungsdichte das Ergebnis fortgesetzter Professionalisierung. "Als ich 2005 begonnen habe, war ich der erste hauptamtliche Trainer im österreichischen Verband", erinnert er sich. "Jetzt haben wir bis hin zum Nachwuchs ganzjährig angestellte Kräfte." Ermöglicht habe diesen Schub vor allem Verbandspräsident Markus Prock. Der zehnfache Weltcupsieger hat geschickt seine Kontakte - etwa zu Red Bull oder zu Palfinger - für die Sportart genützt.

Prock und Friedl integrieren viele Olympiahelden von einst, um die Serie zu prolongieren. So werken Medaillengewinner wie Angelika Neuner, Tobias Schiegl oder Peter Penz jetzt als Trainer oder Materialexperten. "Die haben alle 15 oder 20 Jahre Erfahrung im Wettkampfsport", betont Friedl. "Das Wissen dieser Leute müssen wir im Verband halten." Dazu holt er Know-how von außen wie den deutschen Starttrainer Martin Hillebrand. Sein Tüfteln an winzigen Details hat vor allem bei Madeleine Egle enorme Effekte gebracht.

Die Olympiabahn in Yanqing hat Friedl und sein Team schon bei der Generalprobe im November begeistert: "Sie ist mit keiner anderen Bahn auf der Welt vergleichbar und auch architektonisch ein Kunstwerk." Seine Sportler fühlen sich dort wohl, bei den Bewerben ab 5. Februar sind die Ziele hochgesteckt: "Früher war das Ziel bei Olympia immer eine Medaille. Jetzt ist unser Anspruch, dass wir zumindest zwei Mal Edelmetall holen."

Um die Rodelsparte auch weiterhin als Medaillenschmiede zu erhalten, hat René Friedl noch große Pläne. Eine Art "Goldi-Cup" (Andreas Goldbergers Skisprung-Initiative) fürs Rodeln schwebt Friedl vor: "Fast jedes Kind im Land fährt Schlitten, aber nur wenige landen im Rennsport. Wir wollen mit Rodelschulen eine breitere Basis schaffen."

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