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Olympia2018

Abfahrern droht Geduldsspiel - ÖOC-Quartett gerüstet

Die Olympia-Abfahrt der Herren am kommenden Sonntag in Jeongseon (03.00 Uhr/MEZ) soll der erste Höhepunkt für Österreich bei den Winterspielen in Südkorea werden. Und alles hofft, dass sie nicht vom Winde verweht wird, denn die Prognosen deuten darauf hin. Im großen Favoritenfeld wollen auch die vier Österreicher Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Max Franz und Vincent Kriechmayr mitmischen.

Hannes Reichelt SN/APA (EPA/Bruna)/CHRISTIAN BRUNA
Hannes Reichelt

Sieben Goldmedaillen haben die österreichischen Skiherren in der Geschichte von Olympischen Spielen in der Abfahrt geholt. Vor vier Jahren in Sotschi war Mayer erfolgreich, der Kärntner könnte das Kunststück wiederholen, die guten Trainingsleistungen sprachen für sich. Noch nie wurde ein Abfahrtstitel im Zeichen der Fünf Ringe erfolgreich verteidigt.

Jedoch gibt es auf der 1:40 Minuten kurzen Abfahrt in Jeongseon mit sehr ähnlichen langgezogenen Kurven, auf der man keinen großen Speed entwickeln kann, einen großen Kreis von Anwärterin auf eine Medaille. So der dreifache Weltcup-Saisonsieger Beat Feuz aus der Schweiz, die Norweger Kjetil Jansrud, der den Olympiatest vor zwei Jahren gewonnen hat, und Aksel Lund Svindal, die Südtiroler Christof Innerhofer und Dominik Paris. Im Training zeigten auch Bryce Bennett (USA), Manuel Osborne-Paradis (CAN), Carlo Janka, Mauro Caviezel (beide SUI), Brice Roger (FRA) und Thomas Dreßen (GER) auf.

"Die Abfahrt hat totale Priorität, man sucht sich den Tag aus, dass man von ganz oben starten kann", machte ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher klar, dass man kein Rennen von 1:19 Minuten möchte. Mehr war im Freitagtraining nicht drinnen, war der Start wegen Windes doch nach unten verlegt worden. Geduld wird gefragt sein, eine Verschiebung auf einen anderen Tag einkalkuliert.

Für Mayer lief es am Freitag gut, er legte Hauptaugenmerk auf die Passagen Blue Dragon Valley und die Ausfahrt Richtung Zielsprung. Er rechnet mit den gleichen Namen ganz vorne, die auch im Weltcup dort immer zu finden sind, und glaubt an einen engen Rennausgang. "Es wird eine ziemliche Hundertstelentscheidung werden. Man muss kämpfen vom ersten bis zum letzten Tor. Der es am besten treffen wird, wird ganz oben stehen. Aber je mehr du ans Limit gehst, desto risikoreicher fährst du, desto fehleranfälliger wirst du." Und Fehler darf man sich nicht erlauben.

"Das wird sicher eine spannende Geschichte", glaubt auch Reichelt. Für den 37-jährigen wird es die erste Olympia-Abfahrt seiner Karriere. "Es erfordert sehr viel Arbeit, weil solche Schneeverhältnisse hat man selten, darauf muss man sich einstellen. Bei der Videoanalyse habe ich schon viel gesehen, Jansrud und Innerhofer haben heute eine gewaltige Linie ausgepackt. Das wird Richtung Rennen sicher die richtige Linie, das heißt es nachzuahmen", meinte der Salzburger.

Kriechmayr glaubt nicht an einen Überraschungssieger, der Oberösterreicher hat "die Üblichen" ganz oben auf der Liste. "Und natürlich will auch ich um Medaillen kämpfen, das ist auch das Ziel." Mögliche Verschiebungen bereiten ihm nicht viel Kopfzerbrechen. "Wir als Abfahrer kennen die Situation. Wenn es so ist, wird es kein Problem sein." Das Wort leicht will er für diese Abfahrt nicht in den Mund nehmen. "Aber so wie Sotschi, wo es richtig spektakulär war, ist es nicht." Man müsse immer Speed machen und schauen, dass man die Geschwindigkeit nie verliere.

Als Vierter im Bunde erhofft sich Franz olympische Meriten. Der Kärntner muss ohne seinen Stamm-Servicemann auskommen, der verletzungsbedingt außer Gefecht ist. "Aber er ist voll integriert. Der hat nach zwei Wochen auch einen Jetlag, wir sind die ganze Zeit in Kontakt." Dem Material wird aufgrund der Schneebedingungen, die an Beaver Creek erinnern, eine entscheidende Rolle beigemessen.

Puelacher hofft auf einen guten Start seines Herrenteams, damit weder Mannschaft noch Trainer unter Druck geraten. "Diese vier sind gut und ich bin überzeugt, dass wir die richtige Wahl haben", sagte er. "Wir reden von einer sehr guten Abfahrt, die vor allem technisch sehr anspruchsvoll ist. Sie ist olympiawürdig, mir persönlich fehlt aber einfach dieser Hochgeschwindigkeitsteil, den hätte ich gerne gehabt, dann wäre es eine super Abfahrt", fügte er an.

Quelle: APA

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