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Olympia2018

Bilanz mit kritischen Zwischentönen

ÖOC-Präsident Stoss spart zum Abschluss dieser Spiele nicht mit Kritik.

ÖOC-Präsident Karl Stoss .  SN/GEPA pictures
ÖOC-Präsident Karl Stoss .

14 Medaillen, davon fünf in Gold, und 51 Top-10-Platzierungen: Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang endeten für das österreichische Team eigentlich sehr zufriedenstellend. "Mit der sportlichen Bilanz bin ich auch sehr zufrieden", sagte Stoss.

Aber nicht alles hat dem Vorarlberger gefallen. "Das Publikumsinteresse war überschaubar, es hatte den Eindruck, dass die Südkoreaner erst mit Fortdauer der Spiele damit warm geworden sind." Missfallen hat Stoss die medizinische Notversorgung. "Das haben wir schon in Sotschi kritisiert, da muss sich das IOC etwas überlegen. Dass ein schwer verletzter Sportler mit dem Auto in ein eine Stunde entferntes Krankenhaus fahren muss, ist nicht akzeptabel. Das ist nicht auf dem Niveau von Weltcuprennen." Damit spielte er auf die Verletzung von Snowboarder Markus Schairer an, der sich zwei Halswirbel gebrochen hatte. Aber es ist wohl eine Folge davon, dass Olympia 2014 und 2018 in Regionen stattgefunden hat, in denen es eigentlich keine Weltcupbewerbe gab und damit auch die Erfahrung fehlt.

Für die Zukunft ist Stoss keineswegs so optimistisch. Vor allem die Hallensportarten sind in Österreich praktisch nicht mehr existent. "Vor 50 Jahren waren wir die erfolgreichste Eiskunstlauf-Nation der Welt, da ist gar nichts mehr vorhanden." In Österreich gibt es genau eine Curling-Bahn, Eishockey war für Olympia gar nicht qualifiziert, obwohl man das Sensationsteam Deutschland vor vier Jahren in der Olympiaqualifikation noch ausgeschaltet hat. Stoss warnt aber auch vor der Förder-Gießkanne. "Ich bin dafür, dass wir Sportarten fördern, in denen es schon eine gewisse Basis gibt. Es stellt sich die Sinnfrage, ob wir wirklich ein Curling-Team zu Olympia bringen müssen. Denn eines ist auch klar: Für alle Sportarten wird das Geld nicht reichen."

Angesichts der neuerlichen russischen Dopingfälle plädierte er auch in der sonntägigen IOC-Session für Härte gegenüber Russland. "Da wird man auch nach den Olympischen Spielen noch einmal ordentlich diskutieren müssen."

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