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Deutsche verpassten Eishockey-Wunder - Gold an Russen

Das Team der Olympischen Athleten aus Russland (OAR) hat bei den Winterspielen in Südkorea in einem dramatischen Eishockey-Finale gegen Deutschland Gold geholt. Der Turnierfavorit besiegte das Überraschungsteam am Samstag in Gangneung 4:3 nach Verlängerung (1:0,0:1,2:2 - 1:0). Das Goldtor für die unter neutraler Flagge spielenden Russen erzielte Kirill Kaprisow in der 70. Minute im Powerplay.

Am Ende jubelten doch die Russen SN/APA (AFP)/KIRILL KUDRYAVTSEV
Am Ende jubelten doch die Russen

Die Schlussphase war an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Deutschland war in der 57. Minute durch Jonas Müller erstmals in Führung gegangen, ehe Nikita Gusew die Russen 55 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in Unterzahl in die Verlängerung rettete.

Bei der Siegerehrung stimmten die russischen Eishockey-Spieler verbotenerweise ihre Nationalhymne an. Die Russen sangen während des Abspielens der Olympischen Hymne ihre eigene, was ihnen wegen der Sanktionen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aufgrund der Sanktionen in Folge des Dopingskandals von Sotschi 2014 als neutralen Athleten nicht erlaubt ist.

Für die Russen war es der erste Olympiasieg seit 1992, damals nach dem Zerfall der Sowjetunion noch als GUS. Deutschland, das davor sensationell Weltmeister Schweden und noch überraschender Titelverteidiger Kanada ausgeschaltet hatte, holte in Südkorea die erste olympische Medaille seit Bronze 1976 in Innsbruck. Für die wegen des Sotschi-Dopingskandals dezimierten Russen war es in Pyeongchang das erst zweite Gold.

Das deutsche Team kämpfte gegen die russischen KHL-Stars um Pawel Dazjuk und Ilja Kowaltschuk bravourös, doch am Ende reichte es nicht zur Vollendung einer der größten Sensationen in der Olympiageschichte. Wjatscheslaw Wojnow (20. Minute), Nikita Gusew (54./60.) und Kaprisow schossen die Russen zum neunten Olympiasieg.

Felix Schütz erzielte im zweiten Abschnitt das zwischenzeitliche 1:1 (30.), bis zum Ende blieb das Endspiel tatsächlich ausgeglichen. Dominik Kahun (54.) traf in einem wahren Thriller nur zehn Sekunden nach der neuerlichen Führung des Favoriten erneut zum verdienten Ausgleich, ehe Müller sogar die erstmalige Führung für den Außenseiter erzielte. Russland rettete sich aber gerade noch so in die Verlängerung und kam schlussendlich auch noch zum Sieg.

Der russische Eishockey-Teamchef Oleg Snarok bekam noch auf der Trainerbank einen telefonischen Glückwunsch von Präsident Wladimir Putin zum Gewinn der olympischen Goldmedaille. Auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew und NOK-Präsident Alexander Schukow hätten angerufen, sagte Snarok am Sonntag der Agentur Tass zufolge.

"Das war sehr nett, sie haben gratuliert", meinte er und fügte den militärischen Gruß hinzu: "Ich diene Russland!" Schon vor Beginn des Finales gegen Deutschland hätten seine Spieler gewusst, dass sie auch zur Schlussfeier nicht die russische Fahne tragen dürfen. "Wir haben das ruhig aufgenommen. Russland glaubt an uns. Wir waren bei diesen Winterspielen eine Mannschaft, einer für alle, und alle für einen, und so sind wir aufgetreten", erklärte Snarok.

Quelle: APA

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