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Gandler bilanziert Olympia mit gemischten Gefühlen

Nach dem Drama um Teresa Stadlober, die bei der 102. und letzten Entscheidung der XXIII. Olympischen Winterspiele ÖOC-Geschichte hätte schreiben können, war die Bilanz von Markus Gandler eine sehr gemischte. Die erste Damen-Langlauf-Medaille bei Olympia war sozusagen fast schon auf dem Silbertablett gelegen. Auch im Biathlon wäre mehr möglich gewesen als "nur" Bronze durch Dominik Landertinger.

Gandler hätte sich im Herren-Biathlon mehr erwartet SN/APA/BARBARA GINDL
Gandler hätte sich im Herren-Biathlon mehr erwartet

Dementsprechend verlässt auch der Sportliche Leiter im ÖSV für Langlauf und Biathlon Südkorea mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Teresa war von der Leistung her top, das hat sie gezeigt. Der Rest der Mannschaft war nicht mehr ganz so wie im Weltcup. Das war irgendwie zu erwarten, hier ist ein ganz anderes Ambiente. Dazu ist man auch da, da lernt man", erklärte Gandler im Hinblick auf die Langlaufsparte. Gerade mit Blick auf die Heim-WM in Seefeld in einem Jahr habe man wichtige Erfahrungen gemacht.

Bei den Damen - abseits von Stadlober - seit der Schritt in Richtung Elite noch ein größerer. "Da werden auch nächstes Jahr noch keine Wunder passieren." Und der Blick auf Norwegen ist ein verwegener. "Wir sind keine Norweger. Man redet von fünf bis zehn Jahren, um dorthin zu kommen", weiß Gandler. Aber er war froh, dass das ÖOC den Langläufern sieben Quotenplätze genehmigt hat. "Sonst hätten wir drei Betreuer weniger gehabt und das wäre auch für die Teresa ein Problem gewesen. In Seefeld werden wir besser aufgestellt sein mit der Service-Crew."

Auch die Biathlon-Bilanz hätte freilich im Rückblick besser ausfallen können. "Wir haben Gott sei Dank diese vorgegebene Medaille gemacht, aber wenn man zweimal Vierter und einmal Sechster wird, ist da auch ein weinendes Auge dabei", gibt der Tiroler zu. Wäre es ein Weltcup gewesen, hätte man überaus positiv bilanziert. "Die Mannschaft Simon Eder, Dominik Landertinger, Julian Eberhard wird uns auch noch vier Jahre erhalten bleiben. Da gilt es jetzt einfach das Richtige zu tun und die nächsten Jahre gut zu planen."

Bedauert hat Gandler, dass Europameister Felix Leitner den Sprung (noch) nicht geschafft hat. "Das tut mir persönlich weh, das wäre der Mann, der in einer Staffel stehen müsste." Bei den Mädchen hingegen sieht er einen Rückschritt. "Egal in welcher Gruppe. Da braucht man nichts beschönigen, das war nichts", stellte Gandler klar, auch wenn Lisa Hauser familiär einen schweren Sommer gehabt habe. "Da muss man sich sicher beinhart zusammensetzen und fragen, was wollen wir eigentlich."

Ein kurzer Ausblick auf die Heim-WM 2019: "Wir hoffen für die Teresa auf eine Medaille. Vielleicht gelingt eine Revanche, vielleicht sogar zwei (Medaillen). Und bei den Jungs erwarte ich einen kleinen Schritt, in Richtung Top Ten. Man hat gesehen, in der Staffel steckt auch ein bisserl was. Wenn wir die Vier richtig fit hinbringen."

Grundsätzlich, so Gandler, werde man in Seefeld wohl auch einige jüngere Athleten einsetzen. Wunderdinge sind nicht zu erwarten: "Nicht alle sind so talentiert wie Teresa."

Quelle: APA

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