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Olympia2018

Multisport-EM: Hochkarätige Gegenbewegung zum EOC-Versuch

Von 2. bis 12. August finden in Glasgow und Berlin die ersten Multisport-Europameisterschaften statt. Sie sind nicht mit den Europaspielen zu verwechseln, sondern eher als Gegenbewegung zu sehen. Einer hochklassigen wohlgemerkt, gehen in den sieben Sportarten Schwimmen, Radfahren, Rudern, Triathlon, Turnen und Golf sowie der Leichtathletik doch jeweils auch die kontinentalen Topstars an den Start.

Nachdem im März 2015 die Bündelung von Europameisterschaften in fünf Sportarten unter dem Namen "European Sports Championships" bekanntgegeben worden war, schlossen sich im selben Jahr im Juni auch noch Turnen und im Oktober Golf als siebente Sportart an. Zur Austragung im schottischen Gleneagles gelangt neben den Team-Bewerben für Damen und Herren auch ein Golf-Mixed-Turnier.

Die Veranstalter versprechen sich höhere Vermarktungserlöse durch stärkere Fernseh-Präsenz, über die European Broadcasting Union (EBU) sollen insgesamt 2.750 Stunden ausgestrahlt werden. An elf Tagen finden in Glasgow und Umgebung insgesamt 152 Medaillenentscheidungen sowie ein großes Kultur-Festival statt. Die Leichtathletik-EM mit 50 Events um Gold, Silber und Bronze in Berlin geht über eine Woche. Die nächste Auflage der Multisport-EM ist für Sommer 2022 geplant, über Bewerber ist noch nichts bekannt.

Das "Konkurrenzprodukt" Europaspiele steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), das - vergleichbar mit den schon lange existierenden Asienspielen oder den Panamerikanischen Spielen - im Dezember 2012 dieses neue Großereignis beschlossen hat. Von tonangebenden Verbänden wie der Leichtathletik war rasch aber auch große Skepsis gekommen, da man ein Gegengewicht zu den etablierten Europameisterschaften sah.

Die erste Auflage fand im Juni 2015 in Baku (Aserbaidschan) statt. Bewerbe in 20 Sportarten wurden ausgetragen. 6.000 Athleten aus 50 Nationen, darunter vom Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) entsandte 143 Österreicher, kämpften in 20 Sportarten um gesamt 253 Medaillensätze. Allerdings waren nur 16 dieser Sportarten auch in Rio de Janeiro 2016 olympisch, 12 der 20 Sportarten zählten zumindest direkt oder indirekt für die Olympia-Qualifikation.

In der Olympia-Kernsportart Leichtathletik wurde nur der Team-Europacup der 4. Kategorie ausgetragen, die Goldmedaille ging (nachträglich zugesprochen) an Österreich. Von Schwimmen bis Wasserspringen wurden in Baku die U19-Titelträger gekürt. Die einzigen vollwertigen Europameisterschaften der Allgemeinen Klasse trugen die Judoka aus, allerdings auch nur, da die eigentlich für April in Glasgow angesetzt gewesenen Europa-Titelkämpfe wegen Schwierigkeiten mit einem Sponsor abgesagt worden waren.

Österreich erreichte drei Gold, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen. Hierzulande blieb Baku aber vor allem deshalb in Erinnerung, weil Österreichs Synchronschwimmerin Vanessa Sahinovic auf dem Gehsteig im Athleten-Dorf von einem Bus überfahren wurde und seitdem vom zwölften Brustwirbel abwärts gelähmt ist.

Die nächsten Europaspiele werden 2019 in Minsk (Weißrussland) folgen. Das Europäische Olympische Komitee (EOC) erhoffte sich bereits nach Baku für die nächste Auflage mehr Klasse am Start, das Konzept scheint allerdings nicht aufzugehen. Mit Turnen/Gymnastik/Trampolin/Artistik, Badminton, Radsport/Bahn/Straße, 3 x 3 Basketball, Boxen, Ringen, Sambo, Beach-Soccer, Flachwasser-Kanu, Karate, Judo, Leichtathletik, Schießen, Tischtennis und Bogenschießen sind 15 Sportarten gelistet, 10 davon haben den Status von Qualifikationen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

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