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Protest gegen Biathlon-Weltcup in Russland, USA verzichten

Gegen die Austragung des Weltcup-Finales der Biathleten im russischen Tjumen regt sich immer mehr Widerstand. Das Team der USA wird ebenso wie Kanada auf die Wettkämpfe vom 22. bis 25. März in der westsibirischen Erdöl-Metropole verzichten. Auch Tschechien denkt als Reaktion auf den russischen Dopingskandal über ähnliche Schritte nach. Superstar Martin Fourcade will aber offenbar starten.

"Die Entscheidung der IBU, das Weltcupfinale in Tjumen durchzuführen, ist völlig inakzeptabel", hieß es in der Mitteilung des US-Verbands am Samstag. "Um sauberen Sport zu unterstützen und aus Gründen unserer Sicherheit können wir nicht ruhigen Gewissens teilnehmen."

Der Biathlon-Weltverband (IBU) entschied während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bei seiner 134. Vorstandssitzung, dass die Wettkämpfe in Russland wie geplant stattfinden sollen. Als Konsequenz aus den Dopingenthüllungen um mutmaßliches Staatsdoping bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi war dem russischen Verband (RBU) zuvor von der IBU die WM 2021 sowie der Weltcup in der vergangenen Saison in Tjumen entzogen worden.

Bereits im Dezember hatte der kanadische Verband mitgeteilt, seine Athleten nicht zu den Weltcup- und IBU-Cup-Wettkämpfen in Russland zu entsenden. Das Festhalten an den Events füge dem Sport "großen Schaden" zu, hieß es im Statement von Biathlon Canada damals. Die IBU begründete die Entscheidung damit, dass das Internationale Olympische Komitee keine Bedenken habe, alle Wettbewerbe, die Russland vor der Suspendierung der nationalen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) gewährt wurden, wie ursprünglich geplant durchzuführen.

Auf wenig Verständnis stieß dieser Schritt auch in Tschechien. "In der jetzigen Situation sollte Russland keine internationalen Wettkämpfe durchführen", sagte Verbandspräsident Jiri Hamza der Tageszeitung "DNES". "Wir haben klar Stellung bezogen, und es wäre falsch, jetzt von diesem Standpunkt abzurücken", sagte Hamza.

Gegen einen Boykott der Tjumen-Bewerbe sprach sich unterdessen Frankreichs Superstar Martin Fourcade aus. "Meine Position zu Doping und zu Russen, die betrogen haben, ist klar, aber meine Position zu Russland ist eine andere. Das Land ist ein Fan von Biathlon, und ich denke, die russische Öffentlichkeit sollte nicht ewig für die Handlungen einiger seiner Funktionäre und einiger Athleten bestraft werden", sagte Fourcade.

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