Regionalsport

Austria Salzburg: "Wir wollen in die Top 15 in Österreich"

Im SN-Interview spricht Sascha Gasthuber, der neue Nachwuchsleiter der Austria, über seine ersten Wochen beim Club, die Ziele und seine Vergangenheit.

Seit Kurzem sind Sie für den Nachwuchs des Fußball-Regionalligisten Austria Salzburg zuständig. Wie ist der erste Eindruck? Sascha Gasthuber: Prinzipiell sehr gut. Es sind viele engagierte Leute im Verein und auch hoffnungsvolle Talente. Aber es gibt natürlich noch Entwicklungspotenzial nach oben. Wir wollen uns in allen Bereichen verbessern und arbeiten bereits daran.

Der violette Nachwuchs ist derzeit im Bundesland nur Mittelmaß. Wie kann man das ändern? Ich hoffe schlagartig. Wir wollen uns bereits im Sommer in allen Altersklassen verbessert zeigen. Es soll von der U18 bis zur U6 jede Altersklasse besetzt sein. Grundsätzlich wollen wir ein Verein von Salzburgern für Salzburger sein.

Müssen sich die Vereine in der Stadt und in der Umgebung nun Sorgen machen, dass die Austria ihre Talente abwerben will? Ich habe das letzte Mal in Großarl mit einem älteren Herrn gesprochen. Der hat gesagt, dass Red Bull eine sehr gute Nachwuchsarbeit mache, aber da seien ja nur ganz wenige Salzburger dabei. Da hat es mir die Gänsehaut aufgezogen. Das war für mich das Zeichen, dass Salzburg einen Verein braucht, der sich vermehrt um die Talente aus dem Bundesland kümmert. Die Austria hat Tradition und einen sehr guten Namen, im Nachwuchs haben in den vergangenen Jahren aber die Strukturen und ein realisierbares sportliches Konzept gefehlt. Das werden wir ändern. Angst brauchen die anderen Vereine nicht haben, aber wir haben natürlich Interesse an den Talenten aus der Umgebung.

Wo soll der Austria-Nachwuchs in ein paar Jahren stehen? Wir wollen Talente forcieren und sie nicht nur für die Austria, sondern in weiterer Folge auch für internationale Proficlubs ausbilden. In Österreich wollen wir in Zukunft in den Top 15 in ganz Österreich sein und in Salzburg die Nummer zwei hinter Red Bull. Das klingt jetzt alles utopisch, aber wir arbeiten daran und geben alles, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Sie haben bereits einige neue Trainer, darunter Paul Scharner, zur Austria geholt. Die Professionalisierung kostet Geld. Müssen sich die Eltern auf einen höheren Mitgliedsbeitrag einstellen? Wir werden die Qualität in der Ausbildung stark verbessern und überlegen, den Mitgliedsbeitrag ab der neuen Saison eventuell geringfügig zu erhöhen.

Die Austria träumt, wie viele andere kleine Clubs in Österreich, von einer eigenen Akademie. Infrastrukturell schwierig. Fakt ist, dass wir jetzt die nötigen Strukturen schaffen müssen, und dann sehen wir, wie sich das Akademiewesen in Österreich entwickelt. Sollte es für kleinere Vereine die Möglichkeit geben, wollen wir natürlich dabei sein.

Eine Google-Recherche bringt Sie mit der rechten Szene in Verbindung. Was sagen Sie dazu? Eine alte Geschichte, das ist rund 20 Jahre her. Ich habe damals gegen das Elternhaus rebelliert, habe mit dieser Szene aber schon lange nichts mehr zu tun. Für mich gibt es nur den Fußball, darauf lege ich meinen Fokus. Fußball ist mein Leben, Fußball verbindet alle Menschen und steht daher, genau wie der erwachsene Sascha Gasthuber, im klaren Gegensatz zu Ausgrenzung und Rassismus. Ich arbeite mit Trainern und Spielern aus sehr vielen Ländern zusammen. Daran sieht man eindeutig, dass ich mich von dieser politischen Richtung klar distanziere. Ich bin nicht stolz auf diese Vergangenheit, kann sie aber auch nicht leugnen und bin froh, daraus gelernt zu haben.

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