Leichtathletik

Bendrat will bis zur EM eine Zehntelsekunde herausholen

Die Salzburger Hürdensprinterin hat eine Zeit unter 13 Sekunden im Visier und erklärt, welche Rolle dabei die Beschäftigung mit Paragrafen spielt.

Berlin, ich komme: Steffi Bendrats Saison-Highlight ist die EM in der deutschen Metropole.  SN/gepa
Berlin, ich komme: Steffi Bendrats Saison-Highlight ist die EM in der deutschen Metropole.

Einen Monat vor dem Saison-Höhepunkt der Leichtathleten, der Europameisterschaft in Berlin, hetzen die meisten Sportler auf der Suche nach der optimalen Form von Meeting zu Meeting. Nicht so Steffi Bendrat. Die Hürdensprinterin der Union Salzburg LA macht sich rar bei Wettkämpfen und hat bis zur EM lediglich die Österreichische Meisterschaft in Klagenfurt (21./22 Juli) im Terminkalender stehen.

"Ich denke noch gar nicht so sehr an Berlin", sagt Bendrat. Sie nutzt die Zeit vielmehr dazu, am Feinschliff zu arbeiten. Das EM-Limit von 13,25 Sekunden hat sie relativ problemlos schon früh erbracht. In Weinheim lief sie im Mai 13,11 und stellte ihre persönliche Bestmarke ein. Ihre Ziele sind aber noch deutlich ambitionierter: "Ich möchte 13,00 oder darunter laufen."

Was fehlt, um etwas mehr als eine Zehntelsekunde schneller zu werden? "Ich muss nur das umsetzen, was ich kann", ist sie überzeugt. Das Potenzial sei da, es müsse nur abgerufen werden.

Seit dem Frühjahr trainiert die 27-Jährige in Wattenscheid. In der deutschen Leichtathletik-Hochburg findet sie perfekte Bedingungen vor, dazu kümmert sich mit Slawomir Filipowski ein international anerkannter Trainer um sie. Ihre Trainingspartnerin Pamela Dutkiewicz spornt auch die Salzburgerin an: Die Deutsche hat gerade ihre Saisonbestleistung auf 12,67 Sekunden gedrückt und darf als eine der Besten über die 100 Meter Hürden wohl auch in Berlin mit einer Medaille rechnen. Bendrat ist mit ihrem Umfeld sehr zufrieden: "Ich konnte zuletzt super trainieren und bin verletzungsfrei."

Auf dem Weg zum perfekten Hürdensprint und ihrer Traumzeit hat Steffi Bendrat die Psyche als Schlüssel ausgemacht: "Um wirklich locker ins Rennen zu gehen, wäre es optimal, den Kopf auszuschalten." Noch grübelt sie während des Laufs zu viel über richtige Technik, und sie gesteht auch offen ein: "Der Stress mit der Übersiedlung hat an der Substanz genagt."

Um den Kopf freizubekommen, hat Bendrat ein gutes Rezept gefunden: Sie hat ihr Jusstudium wieder aufgenommen und vertieft sich in der Rechtsliteratur: "Das ist eine gute Abwechslung", schwärmt sie. "Und 24 Stunden am Tag nur ans Training zu denken wäre sowieso nicht gut."

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