Regionalsport

Chronik würdigt 70 bewegte Jahre der Union-Leichtathleten

Salzburgs führender Leichtathletik-Verein hat eine ereignisreiche Geschichte mit vielen Erfolgen und kuriosen Anekdoten hinter sich. Die ersten 70 Jahre von Union Salzburg können nun in einer imposanten Chronik nachgelesen werden.

Eigentlich ist die Union Salzburg ja schon 71 Jahre alt. Aber die Autoren nahmen sich Zeit. Und so haben Joachim Glaser, langjähriger Sportjournalist bei SN und ORF, und Karin Walkner - als Athletin, Obfrau und Veranstalterin selbst eine prägende Figur - mit der Jubiläumschronik "70 bewegte Jahre" eine gelungene Mischung aus Zahlen und Anekdoten geschaffen.
Einzigartige Foto-Schätze zeigen beispielsweise die schwierigen Anfänge des Clubs. Jahrelang musste man im Nonntal mit einer 360-Meter-Bahn das Auskommen finden, ehe im Sportzentrum Rif auf die international üblichen 400 Meter gewechselt werden konnte.

In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren brach die Goldene Ära an. Es gab Meistertitel und internationale Starts in Serie für die Union-Athleten. Die Zehnkämpfer Roland Ambrosch und Roland Schwarzl, Michael Wildner (bis heute österreichischer 800-Meter-Rekordler), Hürdensprinter Christian Maislinger oder Mittelstrecklerin Brigitte Mühlbacher vertraten Salzburg bei Welt- und Europameisterschaften bzw. Olympischen Spielen.

Der verhinderte Weltrekord von Rif

In diese Zeit fallen auch kuriose Geschichten. 1986 hätte es auf der nagelneuen Anlage in Rif einen Weltrekord geben können. Im damals noch ausgetragenen Männer-Fünfkampf waren die deutschen Weltklasseathleten Guido Kratschmer und Siggi Wentz angesagt. Doch einen Tag vor dem Wettkampf untersagte die Salzburger Landesregierung als Folge des Reaktorunglücks von Tschernobyl alle Sportveranstaltungen. Die Mehrkämpfer übersiedelten nach Deutschland, dort fiel der Weltrekord... Ein Supertalent mit verwandtschaftlichen Beziehungen nach Salzburg entging der Union 1994. Für die albanische Speerwerferin Mirela Manjani, die einige Zeit hier trainierte, mahlten die sportbürokratischen Hürden aber zu langsam. Sie heiratete später einen Griechen und wurde zwei Mal Weltmeisterin sowie einmal Olympiazweite.

Im Buch zu finden sind auch Jugendporträts von Herrschaften, die heute noch Schlagzeilen machen. So trugen etwa GROHAG-Vorstand Johannes Hörl, SSM-Geschäftsführer Thomas Wörz oder Starfotograf Christian Maislinger das USLA-Trikot.

Die Chronik ist um 34,90 Euro beim Club (E-Mail: office@us-la.net) erhältlich.

Neue Talente machen Hoffnung

Mit einem Duo bei der kommenden EM in Berlin (6. bis 12. August) beschenkt sich der Verein nachträglich zum 70-Jahr-Jubiläum. Steffi Bendrat im 100-m-Hürdenlauf und Neuzugang Peter Herzog im Marathon vertreten Salzburg bei den Titelkämpfen. Derartige Vorbilder machen Obmann Andreas Rastl und Präsidentin Tanja Graf zuversichtlich, dass die Leichtathletik auch für kommende Generationen cool bleibt.

Rastl sagt: "Bei uns trainieren 250 Kinder und Jugendliche, wir haben mit Inge Grünwald, Isaac Asare oder Elias-Min Nowotny vielversprechende Talente." Eine Neuauflage goldener Zeiten, als an die zehn Staatsmeistertitel pro Jahr normal waren, ist das erklärte Ziel. Auf dem Weg dorthin begegnen sich Vergangenheit und Zukunft: Im Nonntal, wo die Wiege der Union stand, wird es Trainings für die Talente aus der Stadt geben.

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