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Regionalsport

Die Coronakrise setzt den Walser Ringern zu

Heim-EM kurz vor der Absage und Hauptsponsor ausgestiegen. Die aktuelle Lage trifft den Ringer-Bundesligisten A. C. Wals schwer.

Markus Ragginger (hinten) darf seit Montag zumindest wieder trainieren.  SN/krugfoto/Krug Daniel jun.
Markus Ragginger (hinten) darf seit Montag zumindest wieder trainieren.

Toni Marchl ist als Obmann des A. C. Wals derzeit nicht zu beneiden. Wegen des Coronavirus dürfte die für Juli in der Walserfeldhalle geplante U23-Europameisterschaft in den kommenden Tagen wohl abgesagt werden. "Wir warten täglich auf die offizielle Absage", erklärt Marchl, der mit zwei weiteren Kollegen vom österreichischen Ringerverband für die Finanzierung Haftungen unterschrieben hat. "Wir werden fast alles rückabwickeln können, trotzdem bleiben wir bei einer Absage auf Kosten von 150.000 Euro sitzen. Ich hoffe, dass auf eine Unterstützung von der öffentlichen Hand bekommen. Weil sonst müssen wir drei diese Kosten tragen."

Rund 800 Sportler aus 40 Ländern hätten von 13. bis 19. Juli in Wals um Medaillen gekämpft. "Die Planungen waren schon lang abgeschlossen. Alle Sportler und Trainer hätten wir in Hotels in Wals untergebracht. Die Absage trifft nicht nur uns, sondern auch viele Unternehmen, die von der EM profitiert hätten." Eine Europameisterschaft ohne Zuschauer stand für Marchl nie zur Diskussion: "Das ist absolut keine Möglichkeit. Eine Geister-EM ergibt keinen Sinn und würde uns um wichtige Sponsoreinnahmen bringen." Während viele Sportevents in den vergangenen Wochen einfach um ein Jahr verschoben wurden, wird die U23-Ringer-EM ersatzlos gestrichen.

Die Titelkämpfe sind aber nicht das einzige Problem von Toni Marchl. Auch der A. C. Wals bereitet dem Obmann derzeit Sorgen. Der 53-fache Bundesligameister verlor in der Coronakrise mehrere Geldgeber, zuletzt sprang das Salzburger Casino als Hauptsponsor ab. "Unsere finanziellen Einbußen sind bereits auf einen mittleren sechsstelligen Betrag angewachsen."

Dass die Bundesliga zum geplanten Termin im September startet, glauben selbst die größten Optimisten nicht. "Ein Ligastart macht auch nur mit Zuschauern Sinn. Ohne Fans könnten die meisten Vereine ihren Betrieb nicht finanzieren", betont Marchl. Zumindest fünf Walser Ringer sehen derzeit Licht am Ende des Tunnels. Markus Ragginger, Simon Marchl, Gabriel Janatsch, Christoph Burger und Benedikt Huber dürfen seit Montag wieder im Olympiazentrum Rif trainieren.

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