Hard Enduro

Platz sieben bei den Romaniacs − Walkners Corona-Arbeit hat sich gelohnt

Salzburger Hard-Enduro-Fahrer in Rumänien so stark wie nie − Jetzt hat er italienischen Titel im Visier

Michael Walkner hat die lange Corona-Pause anscheinend gut genutzt. Nachdem er Mitte September bei seinem Comebackrennen in der "Trofeo Extreme Enduro" die Führung in der italienischen Extrem-Enduro-Serie übernommen hatte, fuhr er nun bei den Romaniacs auf den starken siebenten Platz. "Ich habe wieder ein bisschen gebraucht, bis ich warm geworden bin. Aber dann ist es wirklich super gelaufen", meinte der 23-jährige Gaißauer zufrieden.

Bei jedem Start verbessert

Für Walkner war es bereits sein dritter Start bei dem großen Red-Bull-Enduro-Event in Rumänien. Beim ersten Mal war er noch in der Silber-Klasse gestartet und hatte da gleich mit Rang zwei aufgezeigt. Seither tritt der Salzburger in der noch anspruchsvolleren Gold-Klasse gegen alle Spitzenfahrer an. Nach Platz zwölf bei seiner Premiere verbesserte er sich heuer auf Rang sieben. "Das Rennen hier mit all seinen Herausforderungen liegt mir einfach. Das ist nicht so ein Sprint wie etwa am Erzberg, hier haben wir gleich mehrere sehr lange und anspruchsvolle Tagesetappen. Da macht es auch nicht so viel aus, wenn man (wie ich) ein bisschen braucht, um richtig in Fahrt zu kommen", erzählt Walkner.

Ängste waren unbegründet

Trotz seiner guten Erfahrungen mit den Romaniacs war er dieses Jahr vor dem Start besonders nervös. "Es ist heuer für mich das erste große Rennen mit allen Topfahrern und wohl auch das letzte. Deshalb habe ich schon ein bisschen Angst gehabt, dass es hier vielleicht irgendetwas schiefgeht", erläutert der 23-Jährige. Die Befürchtungen erwiesen sich aber rasch als unbegründet. Nach Platz acht in der kurzen Qualisession am Dienstag fuhr er drei Tage in Folge als Siebter ins Ziel und zeigte im Finale noch einmal als Tagessechster auf.

Schulterverletzung stoppte Walkner nicht

"Ich habe mich richtig wohlgefühlt, obwohl mir jetzt alles alles wehtut", erzählt Walkner. "Ich habe mir ja bereits am ersten Renntag bei einem Sturz die Schulter verletzt und musste deshalb in der Früh immer Schmerzmittel nehmen. Aber es hat sich auf alle Fälle ausgezahlt." Ausgezahlt hat sich offenbar auch die intensive Arbeit, die er und sein aus Vater, Mutter, Bruder und Cousin bestehendes Familienteam in der Coronapause investiert haben. "Wir haben extrem viel getestet, etwa beim Fahrwerk und beim Motor. Zudem haben wir bei uns zu Hause eine kleine Strecke in den Wald gebaut, mit mehreren Steilwänden, ziemlich ähnlich wie bei den Romaniacs", verrät Walkner.

Werbung für Engagement bei Werksteam

Sein großes Ziel, bei einem Werkteam unterzukommen, hat er keineswegs aufgegeben, auch wenn ihn die Coronazeit dabei stark ausgebremst hat. "Momentan geht alles nur wegen der großen Unterstützung, die ich aus meiner Familie erhalte. Ich gebe jedenfalls alles dafür, dass es noch klappt", betont Walkner. Deshalb möchte die kurze Restsaison noch so gut wie möglich für Werbung in eigener Sache nützen. Die nächste Gelegenheit dazu hat er beim Finale der "Trofeo Extreme Enduro" Ende November in Pistoia bei Florenz. "Da liege ich derzeit ex-aequo mit Michele Bosi auf Platz eins und will natürlich auch am Ende ganz oben stehen." Dafür spricht, dass er den Italiener bei den Romaniacs jeden Tag klar hinter sich gelassen hat. Am Ende benötigte Bosi für die vielfältigen Prüfungen gut dreieinhalb Stunden länger als Walkner und landete zwei Ränge hinter dem Salzburger auf Platz neun.

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