Regionalsport

Laufen für diejenigen, die es nicht mehr können

Via Handy-App findet der "Wings for Life World Run" am 5. Mai auch im Pinzgau statt. Es formierte sich ein tatkräftiges Team, Franky Zorn hilft mit.

Sie wollen noch viele Pinzgauer zur Teilnahme am Saalfeldener App-Run motivieren: Franziska Felfernig, Franky Zorn, Gernot Mosshammer und Maria Marquez. Die ersten 100, die sich anmelden, bekommen ein Startpaket und eine Erinnerungsskulptur aus Zirbenholz.  SN/sw/Andreas Rachersberger
Sie wollen noch viele Pinzgauer zur Teilnahme am Saalfeldener App-Run motivieren: Franziska Felfernig, Franky Zorn, Gernot Mosshammer und Maria Marquez. Die ersten 100, die sich anmelden, bekommen ein Startpaket und eine Erinnerungsskulptur aus Zirbenholz.

Gernot Mosshammer ist querschnittgelähmt. Im Jahr 1986, am See in Goldegg, veränderte ein Unfall beim Eisspeedway-Training schlagartig sein Leben. Damals vor Ort: Franky Zorn, 17 Jahre alt. Er erinnert sich heute: "Es war eine sehr tragische Geschichte, die gezeigt hat, wie schmal der Grat zwischen Sein und Nichtsein ist." Zorn ließ sich nicht davon abhalten, selbst Eisspeedway-Profi zu werden - und ist es nach wie vor: "Als Draufgänger, der etwas erreichen will, darf man nicht im Kopf haben, was alles passieren kann. Gernot ist zu meinem treuesten Begleiter auf der Tour geworden. Leute wie er sind genau der Punkt, warum wir das machen."

Mit "das" meint er den "Wings for Life World Run". Dieser gastiert via Smartphone auch im Pinzgau. Etwa in Kaprun, Saalbach und Lofer. Volksschullehrerin Maria Marquez wollte einen organisierten App-Run unbedingt auch in Saalfelden ausrichten. Durch persönlichen Bezug - "der Mann einer Freundin ist querschnittgelähmt" - und "weil Sport verbindet und in der Gruppe noch mehr Spaß macht." Mit Franziska Felfernig, in deren Fitnessstudio "Die Heldin von Heute" sie trainiert, fand Marquez eine Unterstützerin in der Organisation. Nun rüstet sich der HSV Saalfelden samt zahlreicher Helfer für den Bewerb.

Virtuelles "Catcher Car" legt 30 Minuten nach dem Start los

"Unser Ziel sind mindestens 100 Teilnehmer. Jeder läuft im Rahmen seiner Möglichkeiten so weit, bis er virtuell eingeholt wird", sagt Felfernig. Bei Redaktionsschluss am Freitag waren über 60 Sportler angemeldet. Ins Auge stach den Organisatorinnen der Name Franky Zorn, umgehend nahmen sie Kontakt mit ihm auf. Durch dessen Sponsor-Beziehungen zu Red Bull, die Geschichte mit Mosshammer und seinem Heimatort Saalfelden war eine Unterstützung aber ohnehin "vorprogrammiert".

Die Strecke ist 4,7 Kilometer lang, führt vom Startpunkt beim nordischen Zentrum durch den Kollingwald und rund um den Ritzensee. Wer vom virtuellen "Catcher Car" eingeholt wird, erhält ein Signal per Handy-App. Aus rechtlichen Gründen ist die Teilnahme erst ab 18 Jahren möglich, das Startgeld (mindestens 20 Euro; beliebige Spendenhöhe) fließt zu 100 Prozent in die Rückenmarksforschung, mit dem Ziel, eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden.

In Saalfelden ist die Strecke nicht rollstuhlgerecht. Aber, so viel verrät Franky Zorn: "Gernot wird mit einem Spezialgerät mit dabei sein." Mosshammer: "Mir taugt's, dass sich so viele Leute für alle Betroffenen einsetzen. Machen wir uns bei dieser Veranstaltung eine schöne Zeit."

Für Verköstigung und eine Tombola ist gesorgt. Das Rennen startet am Sonntag, 5. Mai, um 13 Uhr. Alle Infos und Anmeldung: wingsforlifeworldrun.com

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