Regionalsport

Mit Charme und 200 Tonnen Sand

Für vier Tage ist Salzburg Nabel der europäischen Reitsportwelt - mit 90 Bewerben samt Olympiachance für unser Dressurteam.

Auch Österreichs Nummer eins der Springreiter, Max Kühner, ist in Salzburg dabei.  SN/gepa
Auch Österreichs Nummer eins der Springreiter, Max Kühner, ist in Salzburg dabei.

Wo anfangen, wo aufhören: Das grundlegende Problem ist bei der 14. Auflage der Amadeus Horse Indoors im Salzburger Messezentrum nicht kleiner geworden. Ganz im Gegenteil: 90 Bewerbe vom Ponyreiten über Hunde-Agility bis zum Dressur-Weltcup und Weltranglistenspringen, so viele Pferde (800) und Reiter wie noch nie, und das alles heuer erstmalig in zwei Arenen - es ist ein Kunststück, beim Amadeus Horse Indoors ab Donnerstag den Überblick zu bewahren.

Oder vielleicht ist genau dies das Geheimnis: Die Mischung aus Sport, Show, Verkaufsmesse und Ausstellung auf 35.000 Quadratmetern wird auch heuer wieder 45.000 Zuschauer anlocken. Mittlerweile sind die Horse Indoors schon die drittgrößte Veranstaltung (nach der "Gast" und der "Hohen Jagd") im Messezentrum. "Unser Geheimnis sind die Menschen hinter dem Ereignis. Wir versuchen alles möglich zu machen, damit sich die Reiter in Salzburg wohlfühlen. Das hat sich im Lauf der Zeit herumgesprochen und darum haben wir lange Wartelisten", sagt Eventkoordinator Thomas Kreidl, der als einer der wenigen wohl den exakten Überblick über die Abläufe haben sollte.

In der Tat: Charme kann man den Veranstaltern nicht absprechen und Fleiß auch nicht: So wurden auch heuer wieder 200 Tonnen Spezialsand für den Parcours aufgetragen. Der sportliche Höhepunkt ist wohl der Dressur-Weltcup (Samstag ab 8 Uhr Grand Prix, Sonntag Kür ab 11 Uhr), der so stark besetzt ist wie nie zuvor und an dessen Spitze die sechsfache Olympiasiegerin Isabell Werth steht. Dort ergibt sich für Österreichs Dressurteam auch eine einzigartige Olympiaqualifikationschance: Österreich ist in der Qualifikation Erster, die Deadline für Tokio ist schon der 31. Dezember. "Es kann gut sein, dass wir zu Silvester richtig zu feiern haben", sagt Christian Schumach, der mit seinen Kolleginnen Timna Zach, Victoria Max-Theurer und Belinda Weinbauer in Salzburg diese Chance nutzen will - vier Wertungen über 70 Prozent werden wohl Voraussetzung für die Qualifikation sein. Es wäre für Österreichs Dressurteam der erste Olympiaauftritt seit Athen 2004.

Geht es in der Dressur um Eleganz, so geht es im Springreiten auch ordentlich um Geld: 307.000 Euro an Preisgeldern und zwei Autos als Sonderpreise werden bei den sechs Weltranglistenspringen ausgeschüttet. Mit dabei ist auch Max Kühner, die unangefochtene Nummer eins der heimischen Springreiter, der im Vorjahr sensationell Rang sechs bei der WM in Tyron (USA) belegt hat. Er trifft auf zehn Kollegen aus den Top 100 der Springreit-Weltrangliste.

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