Motorsport

Matthias Walkner ist wieder heiß auf die Wüste

Der Kuchler startet als frischgebackener Cross-Country-Weltmeister in seine siebte Rallye Dakar. An der Abstimmung seines neuen, leichteren Motorrads hat er bis zuletzt intensiv gearbeitet.

Für Matthias Walkner steht seit 2015 gleich zu Jahresbeginn mit der Rallye Dakar stets sein großer Saisonhöhepunkt an. Deshalb genießt er die wenigen ruhigen Tage rund um Weihnachten auch ganz besonders. "Da kann ich machen, was ich will, und auch einmal wieder eine Skitour gehen", erklärte der Kuchler am Freitag in der KTM-Motohall in Mattighofen.

Zuvor hatte er noch eifrig für seine siebte Teilnahme bei der Wüstenrallye, die ab 2. Jänner in Saudi-Arabien ausgetragen wird, geprobt und getestet. "Es waren 20 Testtage mit zwei Rennen. Jetzt freue ich mich auf zehn Tage Erholung, ehe es nach Saudi-Arabien geht", erzählt Walkner.

Die bisherige Saison macht ihm jedenfalls Hoffnung, dass er auch heuer beim Rallye-Klassiker wieder ganz vorn mitmischen kann. "Es war eine extrem gute und geile Saison bisher. Man kann sagen, dass ich drei meiner insgesamt fünf besten Rennen der Karriere in dieser Saison absolviert habe", verrät der Dakar-Sieger von 2018. So konnte er sich auch bereits zum zweiten Mal nach 2015 zum Cross-Country-Weltmeister küren.

Besonders intensiv hatte er zuletzt an der Abstimmung seines Motorrads gearbeitet, denn Walkner fährt die kommende Dakar mit einer brandneuen Maschine. "Die Entscheidung zum Umstieg habe ich mir nicht leicht gemacht, weil die alte Maschine auch ihre Vorzüge hat. Anfangs war ich extrem kritisch, aber wir haben die letzten Tage enorme Fortschritte gemacht", berichtet Walkner. So wurden insgesamt gut 100 verschiedene Fahrzeug-Setups ausprobiert, aus denen dann vor Ort das passende zum jeweiligen Streckenprofil ausgewählt wird.

Bei der KTM 450 Rallye wurde der Rahmen neu konstruiert und die Tanks verlegt. Auch wenn sie letztlich nur geringfügig leichter ist als das Vorgängermodell, fühlt sie sich für Walkner bedeutend leichter an. "Der große Vorteil ist das viel bessere Handling. Deshalb benötige ich vor allem bei langsameren Passagen wie etwa in einem Flussbett viel weniger Kraftaufwand", erläutert der 35-Jährige. Zudem wurde der Motor weiter optimiert.

So gut die Voraussetzungen damit auch sind, einen neuerlichen Dakar-Triumph können sie nicht garantieren. "Da gehört auch immer das nötige Glück dazu. Bei einem solchen Rennen die falsche Entscheidung zu treffen kann das sofortige Ende bedeuten", weiß Walkner.

Zumindest sind die Fahrer durch den weiterentwickelten Airbag heuer noch besser geschützt. "Der ist sicher um 50 Prozent besser geworden, etwa beim Tragekomfort und bei der Belüftung", betont Walkner.

Da sein Vertrag mit KTM 2022 ausläuft, könnte die kommende Dakar auch seine letzte sein. "Es hängt davon ab, wie sehr ich es noch will. Je älter ich werde, desto mehr Aufwand, Energie und Zeit muss ich investieren. Wenn ich nicht mehr bereit bin, alles zu geben, höre ich lieber auf. Dafür ist der Sport zu gefährlich."

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