Motorsport

Matthias Walkner testete für eine neue Porsche-Rennserie

Premierentag auf dem Salzburgring: Lechner Racing stellte am Samstag die Fahrzeuge des neuen Markenpokals Porsche Sprint Challenge Central Europe vor und ans Steuer setzte sich auch Matthias Walkner. Der heurige Zweite der Rallye Dakar auf der Motocross-Maschine fühlte sich auf vier Rädern äußerst wohl und wird auch das eine oder andere Rennen der Challenge fahren. Ein TV-Tatortkommissar gab auch Gas.

Das Rennsportbaby trägt den Namen Porsche Sprint Challenge Europe und bekam am Samstag dort Auslauf, wo es hingehört - auf der Rennstrecke. Robert und Walter Lechner jun. präsentierten im Fahrerlager des Salzburgrings die neuen Autos und kurz darauf dröhnten die 420 PS starken Sechszylinder-Saugmotoren. Hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer drehten ebenso Runden wie die als Instruktoren für die Serie arbeitenden Routiniers Thomas Preining und Jakob Schober. Richy Müller, Schauspieler und TV-Tatort-Kommissar mit viel Rennsporterfahrung, gab Gas und nach der Mittagspause richteten sich alle Augen auf einen Mann: Matthias Walkner aus Kuchl. Der Rallye-Dakar-Star auf der Motocross-Maschine fühlt sich auch auf vier Rädern wohl. "Sehr lustig, das Auto liegt bestens", lautete Walkners erstes Urteil.

Walkner hatte im Vorjahr als Gastfahrer im Porsche Supercup im Rahmen des Grand-Prix-Wochenende auf dem Red Bull Ring die Fachwelt schon mit tollen Rundenzeiten verblüfft. Ob er nach einem Gesamtsieg und zwei zweiten Plätzen mit seiner KTM-Motocrossmaschine die Rallye Dakar eines Tages in einem Auto in Angriff nehmen wird, ist derzeit noch kein Thema. Auf die Dakar im Motorradsattel richtet sich sein sportliches Jahresprogramm aus, aber für Rennautos gibt es zwischendurch immer Zeit. Heuer besonders, da seine Verletzungen noch nicht ausgeheilt sind. "Das Sprunggelenk tut immer noch weh. Daher kann ich noch nicht so mit dem Motorrad fahren, wie ich es mir vorstelle. Autofahren im Renntempo, das geht toll."


Die Porsche Spint Challenge Europe soll Nachwuchsfahrer, die etwa vom Kart umsteigen wollen, ansprechen und ist als Clubsport Serie auch offen für Hobbyfahrer. Ist für Matthias Walkner in der Challenge mehr möglich als die Testfahrten? "Rennen fahren, das wäre lässig. Wenn ich die Chance bekomme, werde ich sie sicher nutzen", sagte der Kuchler, "freilich ist es anders, als auf dem Motorrad, aber das Finden der Bremspunkte geht für mich leicht. Ich habe ein geschultes Auge für Geschwindigkeit und Entfernung und das klappt auch, wenn das Tempo höher ist. Bei diesem Auto ist es relativ einfach. Es zeigt an, wenn das Limit kommt."

Eigenständige Rennserie in fünf Ländern

Porsche entwickelte die Serie nach einem Konzept der Lechner-Brüder. "Lechner Racing setzt die Challenge technisch und logistisch um", schildert Robert, "alle Autos sind gleich und fahren auf den gleichen Michelin-Reifen. Das Auto leitet sich nicht vom 911er, sondern vom Cayman ab und trägt die Bezeichnung Porsche 718. Cayman bedeutet Motor vor der Hinterachse und nicht im Heck und das Auto ist somit durch die ausgewogene Gewichtsverteilung einfacher zu fahren, als die 911er. Verwendet wird das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe."

Die Serie tritt als eigenständige Veranstaltung jeweils an Samstagen auf. Im ersten Jahr sind fünf Rennen in fünf Ländern geplant. Los geht es am ersten Mai-Wochenende auf dem Slovakiaring. Am 15. Juni macht die Serie Station auf dem Salzburgring. Das ist auch das Le-Mans-Wochenende. Daher wird das Rennen im Nesselgraben zu einem Le-Mans-Event mit Videowalls für Liveübertragungen aus Frankreich erweitert.

An den Renntagen der Challenge gibt es Training und zwei Sprintrennen und als Abschluss eine Langstreckenprüfung über 100 Meilen. "Dieser Aufbau ist ideal für junge Fahrer in Zweierteams. Die Leute lernen Training, Wettkampf und teamorientiertes Fahren. Die 100 Meilen haben wir ausgewählt, damit es nach den fünf Rennen eine 500-Meilen-Wertung gibt. 500 Meilen haben ja eine Bedeutung im Motorsport", erläutert Robert Lechner, der in der Organisation für Marketing und Logistik zuständig ist. Bruder Walter jun. fungiert als technischer Direktor.

Thomas Preining und Jakob Schober als Instruktoren

Die Zusammensetzung der ersten Testfahrerrunde hätte am Samstag bunter nicht sein können. Als Coaches für zahlreiche Nachwuchsfahrer traten der Oberösterreicher Thomas Preining, im Vorjahr Seriensieger bei den Porsche GT3-Markenpokalen, und Jakob Schober, von der 323 Challenge im Histo Cup in die internationale Tourenwagenszene aufgestiegener Salzburger, in Erscheinung. Preining wird sein Jahresprogramm in Kürze bekannt geben. Schober erlitt einen Rückschlag bei den Planungen mit dem McLaren GT4 und konzentriert sich vorerst auf die neue Porsche Challenge: "Ich werde als Instruktor schauen, dass ich junge Fahrer schnell machen kann und auch bei Rennen mitfahren."

Die 23-jährige Schweizerin Marylin Niederhauser freundete sich ebenfalls mit dem neuen Porsche an, den es erst ab Sommer als Straßenversion geben wird. Niederhauser hat in der deutschen Formel-4-Meisterschaft Erfahrungen gesammelt. Sie arbeitet schon länger mit Lechner Racing zusammen. Tatort-Kommissar Richy Müller - er spielt seit 2008 für den SWR in Stuttgart den Hauptkommissar Thorsten Lannert - ist bei solchen Veranstaltungen weit mehr als ein Promi-Aufputz. Er besitzt die internationale C-Lizenz und steuerte im Rahmen des Porsche Cups zwischen 2011 und 2013 einen 911er-GT3.

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