Mountainbike

Höll genoss ihr Heimrennen

Nach ihrer ersten Niederlage bei den Juniorinnen war das Salzburger Toptalent Valentina Höll in Leogang wieder nicht zu schlagen. Der Heimvorteil lag für sie dabei nicht in der Strecke.

Der Mountainbike-Weltcup in Leogang ist für Valentina Höll immer eines der ganz großen Highlights der Saison. Die 17-jährige Saalbacherin wohnt ja quasi ums Eck, auch wenn sie während des Wettkampfs nicht zu Hause bei der Familie, sondern gemeinsam mit ihrem Team im Hotel übernachtet. "Ich muss ja an den Wettkampftagen recht früh raus und bin dann gleich an der Strecke. Außerdem kann ich mich so nach meinen Fahrten gleich duschen und regenerieren und habe hier, wenn ich will, auch meine Ruhe", erklärt Höll.

Auf der Strecke hatte es das Salzburger Toptalent wieder einmal besonders eilig. Schon in der Qualifikation nahm sie ihrer größten Konkurrentin Anna Newkirk mehr als 18 Sekunden ab. Dabei hatte die Britin beim letzten Weltcupstop in Fort William Höll zum allerersten Mal auf Platz zwei verwiesen. "Aber da bin ich auch zwei Mal gestürzt, sonst hätte ich wohl auch dort gewonnen", betont Höll, die das Ende ihrer Siegesserie bei den Juniorinnen noch einmal zusätzlich gepusht hat. "Natürlich war mir klar, dass so eine Serie irgendwann reißen muss. Ich hab mir ja auch selbst viel Druck gemacht. Aber wenn es dann tatsächlich passiert, tut das schon weh", erläutert die 17-Jährige. "Jedenfalls hat mich die Niederlage wieder motivierter und kämpferischer gemacht."

So fuhr Höll im Rennen am Sonntag auch wie entfesselt. In 3:49,363 Minuten raste sie sogar noch schneller als in der Qualifikation ins Ziel und verwies Newkirk um 18,5 Sekunden auf Platz zwei. Damit übernahm Höll auch gleich wieder die Führung im Downhill-Weltcup der Juniorinnen. Vergleicht man ihre Zeit mit den schnellsten Elitefahrerinnen, zu denen sie nächstes Jahr wechselt, hätte sie dort als Dritte sogar den Sprung aufs Podium geschafft. "Ich habe mir aber abgewöhnt, auf die Zeiten bei den Damen zu schauen, denn da sind die Streckenbedingungen doch wieder ganz andere", meint Höll.

Dass sie ihre Heimstrecke in Leogang eben schon in- und auswendig kennt, will die Saalbacherin nicht gelten lassen. "Ich sehe da keinen Vorteil für mich. Der Kurs wird ja immer wieder verändert. Heuer haben sie ihn enger gesteckt und so einiges an Speed rausgenommen. Auch ich hab den neuen Kurs erst am Freitag im Training richtig ausprobieren können", versichert Höll. Was sie in Leogang besonders pusht, ist vielmehr, dass unter den 25.000 Zuschauern auch zahlreiche Freunde und Familienmitglieder sind, die sie lautstark anfeuern. "Da freut man sich auch besonders auf die Afterparty, und da ich diesmal am nächsten Tag schulfrei habe, kann ich die heuer auch voll genießen", so Höll.

Allen Grund zu feiern hatte auch der Franzose Loïc Bruni, der den Herrenbewerb drei Zehntel vor dem Südafrikaner Greg Minnaar gewann. Österreichs einziger Starter David Trummer musste sich mit Rang 58 zufriedengeben. Bei den Damen siegte die Australierin Tracey Hannah vor der Deutschen Nina Hoffman.

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