Pferdesport

Machtdemonstration: Dennoch wurde es am Ende eng für Werth

Isabell Werth kam und begeisterte in der Salzburgarena - und musste kurz noch um den Sieg zittern. Andrew Kocher gewann das GP-Springen.

Es wurde fast andächtig still in der bis auf den letzten Platz gefüllten Salzburgarena, als die sechsfache Olympiasiegerin Isabell Werth und ihr 13-jähriger Westfale Emilio Sonntagmittag zur Kür schritten − und sie wussten, was sie dem Salzburger Publikum schuldig waren: eine beschwingte und technisch perfekte Kür zu italienischen Klängen (Funiculì, Funiculà). Dafür gab es die im Dressursport auch selten zu sehende Note von 85,90 − es war zugleich die höchste beim Weltcup in Salzburg je vergebene Note. Die hatte das Paar auch benötigt, denn Werths deutscher Landsmann Benjamin Werndl und sein 15-jähriger Daily Mirror kamen hauchdünn heran. Die von der Jury vergebenen 84,70 bedeuteten die Karrierebestleistung von Werndl. Rang drei ging an die Österreicherin Victoria Max-Theurer, die von der Wertung her zwar klar distanziert wurde (78,25), aber dennoch überglücklich war. "Ich habe nicht an eine Top-3-Platzierung gedacht, aber beide Pferde haben hier einen tollen Job gemacht." Die Kür bestritt sie mit Benaglio, mit Rockabilly gewann sie Freitag den 4*-Grand Prix.

Der zweite Höhepunkt des Schlusstages war das mit 95.000 Euro und einem Geländewagen (Ford Ranger) dotierte Springen um den Grand Prix von Salzburg. Mit einem fehlerlosen Ritt im Finale sicherte sich der Amerikaner Andrew Kocher den Sieg. Lokalmatador Stefan Eder verpasste mit einem Abwurf das Stechen und landete auf Rang zwölf.

Eine Talentprobe legte am Samstag der Pole Andrzej Oplatek ab. Er gewann am Nachmittag erst das Young-Riders-Springen (unter 25). Durch diesen Erfolg beflügelt legte er am Abend nach und gewann das Römerhof-Championat, das zweite Qualifikationsspringen für den Salzburg Grand Prix. Als letzter Reiter ließ er die 59 Konkurrenten im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen und nahm mit viel Emotion den frenetischen Jubel des Salzburger Publikums entgegen.

Das in dem Jahr wieder zahlreich erschienen ist. "Wir rechnen mit einem Zuschauerplus von rund zehn Prozent", sagte Veranstalter Sepp Göllner. "Am Samstag mussten wir zwischendurch die Hallen schließen, weil der Andrang so groß war."

Als Volltreffer hat sich der lang geplante Bau einer zweiten Arena in der Halle 10 erwiesen. Hier finden die Nachwuchsturniere bis zum 2*-Turnier statt, in der Salzburgarena die großen Events. Das soll auch im nächsten Jahr so bleiben. Wie auch der Termin: 2020 steigen die Amadeus Horse Indoors vom 3. bis 6. Dezember. Natürlich mit Isabell Werth. "Ich komme wieder."

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Aufgerufen am 17.01.2021 um 05:14 auf https://www.sn.at/sport/regionalsport/pferdesport-machtdemonstration-dennoch-wurde-es-am-ende-eng-fuer-werth-80393353

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