Regionalsport

Regierung bremst Sportler aus: Feiern bleibt einfacher als Fußballspielen

Sportvertreter und -vereine kritisieren, dass die 25-Personen-Obergrenze im Breitensport nicht aufgehoben wird: "Verhältnismäßigkeit fehlt."

Noch ruht der Matchball auf vielen Sportplätzen. SN/gepa pictures/ patrick steiner
Noch ruht der Matchball auf vielen Sportplätzen.

Bis zuletzt hatten Sportorganisationen wie Sport Austria, die ASKÖ oder der ÖFB versucht, auf das Gesundheitsministerium einzuwirken. Doch am Donnerstagabend zeigten sie sich ernüchtert: Die Novelle der Coronaverordnung am Freitag werde nicht die erhoffte Änderung bringen, hieß es. Damit gilt auch die nächsten zehn Tage für Sportveranstaltungen abseits des Spitzensports eine Obergrenze von 25 Teilnehmern, wenn keine Sitzplätze zugewiesen werden. "Auf jedem Feldweg können sich Hunderte ohne Maske und Coronatest aufhalten, auf einem Sportplatz ausgewählte und geprüfte Menschen nicht − wer soll das noch verstehen?", sagte etwa ASKÖ-Präsident Hermann Krist.

"Wir wollten nicht tricksen"

Besonders betroffen sind die vielen Fußball-Unterhaus-Vereine des Landes: Trainings sind möglich, Testspiele nur mit viel Kreativität. "Wir wollten nicht tricksen", begründet der Trainer des Regionalligisten Anif, Bernhard Kletzl, die Absage des für Samstag geplanten Spiels gegen Vöcklamarkt. Auch Ligakonkurrent Seekirchen wird am Dienstag nicht gegen das U18-Team der Red-Bull-Akademie antreten können. Obmann Anton Feldinger ärgert neben mangelnden Informationen durch die Regierung und Sportverbände vor allem die "fehlende Verhältnismäßigkeit" der Regelung: "Wenn alle Spieler, Trainer und Funktionäre der zehn Salzburger Regionalligisten im Bräustüberl feiern, können 500 Personen zusammenkommen. Am Fußballplatz ist aber kein Spiel zweier Mannschaften möglich, ohne sich im rechtlichen Graubereich zu bewegen. Es ist unglaublich, welch geringen Stellenwert der Sport hat", sagt Feldinger.

Bischofshofen vermeldet Neuzugang

Bischofshofens Hoffnungen auf das erste Testspiel am Wochenende leben indes noch. Weil Duelle mit Beteiligung eines Bundesligisten von der 25-Personen-Regel ausgenommen sind, dürfen die Pongauer den Zweitligisten Amstetten am Samstag (14 Uhr) in Niederösterreich fordern. "Sofern es keine Coronaüberraschungen gibt", schränkt Trainer Andreas Fötschl vor den Testungen am Freitag ein. Fix: Mohamed Khalil kehrt nach seinem Gastspiel in Ritzing zu seinem Stammverein Bischofshofen zurück. "Ein sehr guter Spieler. Und wir brauchen noch mehr. Unser Kader ist zu klein", sagt Fötschl.

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