Ringen

Nach Ibiza-Skandal: Kraftakt rettet Ringer-EM

Der A. C. Wals stand kurz davor, als Ausrichter der für Juli 2020 geplanten U23-Großveranstaltung abgelöst zu werden. Das Team um Obmann Toni Marchl konnte das "Horrorszenario" aber abwenden.

Christoph Burger wird sich auch bei der Heim-EM präsentieren können. SN/gepa pictures/ christian walgram
Christoph Burger wird sich auch bei der Heim-EM präsentieren können.

Sportlich läuft beim A. C. Wals alles nach Plan. Obwohl einige Ringer fehlten, hatte der 52-fache österreichische Meister am Samstag im abschließenden Duell des Bundesliga-Grunddurchgangs keine Mühe. Nach dem 36:21-Erfolg über die KG Hötting/Hatting nimmt der Titelverteidiger das Halbfinale gegen den KSV Götzis als makelloser Gruppensieger in Angriff. "Jetzt geht es ans Eingemachte", betont Obmann Toni Marchl vor dem Hinkampf, der am Samstag in Vorarlberg ansteht. "Die Chancen stehen 60:40 für uns. Der Einzug ins Finale ist unser großes Ziel."

Zu kämpfen hatten die Walser zuletzt auch abseits der Matte. Der Ibiza-Skandal um Heinz-Christian Strache brachte nicht nur den Sportminister zu Fall. Nach dem Regierungswechsel wankte auch die U23-EM der Ringer, die im Juli 2020 in Wals-Siezenheim stattfinden soll. Strache hatte eine Förderung durch den Bund in Höhe von 250.000 Euro zugesagt. Die Finanzierung war aber nie gesichert, wie die Übergangsregierung den Walsern Mitte Juli mitteilte. Auf einen Schlag stand nur mehr rund die Hälfte des Betrags zur Verfügung. "Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns nie um die EM beworben", sagt Marchl. Sein Verein bekam vom Ringer-Weltverband bis Ende August Zeit, um die fehlenden 120.000 Euro aufzutreiben. Ansonsten hätte die Ringer das Schicksal des österreichischen Judoverbands ereilt. Dem war Mitte Oktober aus selben Gründen die WM 2021 entzogen worden. "Ein Horrorszenario, da das Marketing längst angelaufen ist", betont Marchl, der im Sommer binnen vier Wochen das Unmögliche möglich machte. Der Obmann fand 14 Unternehmen, die (zusätzliche) Unterstützung zusicherten. "Jetzt sind wir wieder auf einem guten Weg."

Dass noch ein Zehntel des mit einer Million Euro bezifferten Budgets fehlt, hat andere Gründe. "Das sind Sponsoringgelder, die mit dem Bund nichts zu tun haben. Dafür haben wir bis zur EM Zeit. Das trauen wir uns zu", ist Marchl zuversichtlich, dass die Lokalmatadore Simon Marchl, Christoph Burger und Markus Ragginger vom 13. bis 19. Juli vor heimischem Publikum um einen der 30 EM-Titel kämpfen werden.

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