Salzburger Liga

Sportchef geht im Abstiegskampf fremd

Während Union Hallein am Freitag in Neumarkt mit 0:6 unterging, jubelte David König mit seinem künftigen Club, dem Stadtrivalen FC Hallein.

Union-Hallein-Sportchef David König (rechts) holte Trainer Werner Lorant zum Stadtrivalen FC Hallein.  SN/krugfoto/Krug Daniel sen.
Union-Hallein-Sportchef David König (rechts) holte Trainer Werner Lorant zum Stadtrivalen FC Hallein.

Gleichzeitig zwei Stadtrivalen zum Klassenerhalt zu führen ist eine heikle Aufgabe. David König versucht im Endspurt dieser Saison den Spagat. Der Sportchef vom Salzburger-Liga-Schlusslicht Union Hallein wechselt im Sommer zum FC Hallein, der als Tabellenletzter um den Verbleib in der 1. Landesliga kämpft. Schon jetzt scheinen sich die Prioritäten verschoben zu haben: Als Freitagabend die Union-Kicker nach der 0:6-Pleite in Neumarkt geknickt vom Platz gingen, jubelte König zeitgleich auf dem Rasen des Lokalrivalen über den 2:1-Sieg gegen Schwarzach. Zuvor hatte er der Union die Dressen und Spielerpässe zurechtgelegt, dann aber - direkt neben der Trainerbank stehend - den FC zum Premierensieg unter Werner Lorant gepeitscht.

"Ich wollte mich eigentlich beim FC noch heraushalten. Man muss im Abstiegskampf aber alle Trümpfe ziehen", sagt König, der Lorant neuerlich als "Feuerwehrmann" in die Salinenstadt gelotst hat. "Er wollte, dass ich beim ersten Auftritt dabei bin. In den nächsten Wochen überschneiden sich die Spiele nicht. Da wird es einfacher, das alles zu kombinieren." An einen vorzeitigen Abschied bei der Union, die unter seiner Führung in die Salzburger Liga aufstieg, glaubt der langjährige Macher nicht: "Ich war dem Verein immer loyal und bleibe das auch. Es waren acht wunderschöne Jahre, in denen wir große Erfolge gefeiert haben. Jetzt möchte ich halt, dass beide Halleiner Vereine oben bleiben. Das wäre ein schöner Abschluss."

Wie gehen die Union-Verantwortlichen mit der kuriosen Doppelrolle des Noch-Sportchefs um? "Ich sehe das entspannter als andere im Verein. Wir werden das aber ausdiskutieren. David muss wissen, was seine Prioritäten sind, und soll nicht auf zwei Stühlen sitzen" , will Sektionsleiter Hannes Grandits seinen Freund in dieser Woche zum Gespräch bitten. "Die Situation ist nicht optimal", sagt indes Union-Trainer Heinz Vitzkotter, der nach Saisonende Königs Agenden als Sportdirektor übernehmen wird. Er kündigt an, dass in dieser Woche Klartext gesprochen wird, meint dabei in erster Linie aber seine Spieler: "Bei einigen hat die Einstellung nicht gestimmt. Der Abstiegskampf ist beinhart. In den sieben Runden kann viel passieren. So wie gegen Neumarkt kann es aber nicht weitergehen."

Quelle: SN

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