Leichtathletik

Salzburger Peter Herzog auf EM-Rang zehn im Marathon

Österreichs Marathonläufer sind bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin in neue Sphären vorgedrungen. Lemawork Ketema in der persönlichen Bestzeit von 2:13:22 Stunden als Achter und Peter Herzog ebenfalls mit Karriere-Hoch von 2:15:29 als Zehnter schlugen sich sensationell. Gemeinsam mit Christian Steinhammer (41./2:20:40) bedeutete das die Bronzemedaille in der Teamwertung.

Ketema war bis Kilometer 27 an der Spitze mitgelaufen. Schlussendlich kam er in 2:13:22 als Achter ins Ziel. Auch Herzog schob sich als Zehnter in 2:15:29 in die Top Ten. Ketema verbesserte seine persönliche Bestzeit (2:14:23) um über eine Minute, Herzog (bisher: 2:16:57) war sogar fast eineinhalb Minuten schneller als in seinem bisher besten Marathon.

Die Ränge acht, zehn und 41 durch Ketema, Herzog und Christian Steinhammer brachten Österreich die Team-Bronzemedaille. Die gesamt 6:49:29 Stunden der drei besten ÖLV-Läufer (Valentin Pfeil musste aufgeben, Anm.) bedeuteten Rang drei hinter Italien und Spanien.

Die 29-jährige Weißrussin Masuronak setzte sich bei Temperaturen über 25 Grad vor der Französin Clemence Calvin (2:26:28) und der Tschechin Eva Vrabcova-Nyvltova durch, die in 2:26:31 nationalen Rekord aufstellte. Es war keine Österreicherin am Start.

Herzogs perfekte Kühlkette

Herzog sagte: "Unglaublich! Ich habe relativ zügig angefangen, ich habe mich bombenmäßig gefühlt. In der letzten Runde habe ich extrem gebüßt, aber die Stimmung war grenzwertig pervers. Das hat so gepusht. Eines der geilsten Erlebnisse meines Lebens. Ich habe mich top darauf vorbereitet, mir ist alles aufgegangen. Ich bin megaglücklich. Und die Teamleistung mit den Kollegen ist das Schönste, das es gibt", sprudelte es aus dem 31-jährigen Herzog nur so heraus.

Es sei bei der Hitze eine Materialschlacht gewesen, man habe alle Geschütze aufgefahren. "Ich hatte Kälteverbände herum, die waren sensationell. Ich hatte einen Eisspray mit, den habe ich mit anderen Athleten geteilt", erklärte Herzog, der auch Löcher in sein Trikot geschnitten hatte. Die Österreicher wurden an den Verpflegungsstellen nicht nur mit ihren Getränken und Gels versorgt, sondern auch mit Netzkäppchen, die mit Kühlpads präpariert waren. Herzog weiter: "Die Platzierung habe ich zum Schluss gar nicht mitbekommen. Der zehnte Platz übertrifft all meine Erwartungen. Vorher konnte ich keine Platzierung prognostizieren, weil ich einfach keinen Plan habe von Meisterschaftsrennen. Ich bin in dem Geschäft ein absoluter Neueinsteiger. Vor drei Jahren habe ich mir vor dem Marathonlauf noch in die Hosen geschissen, einfach unglaublich. Das Training ist natürlich hart, aber solche Veranstaltungen und Erfolge entschädigen einen dafür."

"Dritter Mann" kämpfte fürs Team

Steinhammer sicherte mit seinem guten Durchkommen der Mannschaft das Edelmetall, denn die Leistungen von drei Athleten zählten. "Meine Saison war nicht so leicht. Der Wien-Marathon war mein Höhepunkt und dann der Tiefpunkt. Für mein Selbstvertrauen ist es ganz wichtig, dass ich bei diesem Marathon gefinisht habe", meinte der 29-Jährige.

Er sei einfach sein Rennen gelaufen. "Ich habe dann gesehen, Valentin steigt aus, dann wusste ich, ich muss durchkommen. Sonst hätte ich die Leistungen der anderen zunichtegemacht. Platz drei ist sensationell, das hätten wir uns nicht erträumt. Ich bin einfach nur happy." Für Valentin Pfeil kam das Rennen nach seinem Achillessehnenriss im Dezember zu früh. "Ich bin sehr enttäuscht, aber ich freue mich mit den anderen drei. Das Rennen war für mich zu früh und zu hart, um Land zu sehen."

Der Sieg bei den Männern ging mit EM-Rekord an den Belgier Koen Naert in 2:09:51 Stunden vor dem Schweizer Tadesse Abraham (2:11:24) und dem Italiener Yassine Rachik (2:12:09). Die Teamwertung gewann Italien in 6:40:48 vor Spanien (6:42:43) und Österreich (6:49:29), das die Schweiz auf Distanz hielt (6:51:58).

Bei den Frauen setzte sich die Weißrussin Wolha Masuronak in 2:26:22 vor der Französin Clemence Calvin (2:26:28) und der Tschechin Eva Vrabcova Nyvltova (2:26:31) durch. Team-Europameister wurde Weißrussland in 7:21:54 vor Italien (7:32:46) und Spanien (7:44:06).

Die EM-Bilanz der Österreicher

• 3. Platz - Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) - Diskuswurf - 65,14m Finale / 62,26m Qualifikation
• 3. Platz - Marathon Team - Lemawork Ketema / Peter Herzog / Christian Steinhammer - 6:49:29h
• 4. Platz - Ivona Dadic (Union St. Pölten) - Siebenkampf - 6552 Punkte (ÖR)
• 8. Platz - Verena Preiner (Union Ebensee) - Siebenkampf - 6337 Punkte (PB)
• 8. Platz - Lemawork Ketema (SVS LA) - Marathon - 2:13:22h (PB)
• 10. Platz - Peter Herzog (LC Saalfelden) - Marathon - 2:15:29h (PB)
• 13. Platz - Sarah Lagger (TGW Zehnkampf-Union) - Siebenkampf - 6058 Punkte
• 19. Platz - Andreas Vojta (team2012.at) - 5.000m - 13:42,75min (SB)
• 21. Platz - Beate Schrott (Union St. Pölten) - 100m Hürden - 13,23s SF / 13,06s VL (SB)
• 22. Platz - Luca Sinn (UAB Athletics) - 3.000m Hindernis - 8:44,80min (PB)
• 23. Platz - Stephanie Bendrat (Union Salzburg) - 100m Hürden - 13,43s
• 30. Platz - Alexandra Toth (ATG) - 100m -11,69s
• 35. Platz - Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) - 200m - 21,29s
• 41. Platz - Christian Steinhammer (ULC Riverside Mödling) - Marathon - 2:20:40h
• 43. Platz - Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling) - 100m - 10,54s
• ohne Platzierung - Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr) - Marathon - DNF
• ohne Platzierung - Dominik Distelberger (UVB Purgstall) - Zehnkampf - DNF
• ohne Platzierung - Nada Ina Pauer (SVS LA) - 5.000m - DQ (ursprünglich 15:54,76min 15. Platz)

Quelle: APA

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