Snow-Volleyball

Heimsieg auf Schnee

Das Snowvolley-Quartett um Lokalmatador Florian Schnetzer setzte sich bei der World-Tour-Premiere in Wagrain im rein österreichischen Finale durch.

Österreichs Herrenteams spielten auf dem ungewohnten Untergrund groß auf.  SN/gepa
Österreichs Herrenteams spielten auf dem ungewohnten Untergrund groß auf.

Wer am Wochenende in Wagrain mit der Flying-Mozart-Seilbahn bis zur Bergstation fuhr, hatte die Qual der Wahl. Neben den klassischen Ski-Abfahrten lockte dort auch das erste World-Tour-Turnier im Snowvolleyball mit einem international hochkarätigen Feld und spektakulären Ballwechseln zum Verweilen. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen entschieden sich zahlreiche Wintersportler zu einem gemütlichen Zwischenstopp auf 1850 Metern und sorgten für die entsprechende Partyatmosphäre am Center-Court.

Zur guten Stimmung trugen nicht zuletzt die starken Leistungen der Lokalmatadore bei. So eilten die beiden rot-weiß-roten Herren-Teams von Sieg zu Sieg, bis sie am Sonntag im großen Finale aufeinandertrafen. Mit Blick auf die internationale Berichterstattung wäre Österreichs großem Volleyball-Zampano Peter Kleinmann ein anderer Ausgang sogar lieber gewesen. "Meine Lieblingsschlagzeile für das Turnier wäre: Brasilien gewinnt im Wintersport", hatte der Wiener noch am Samstag erklärt.

Der internationalen Atmosphäre der Veranstaltung tat das österreichische Finalduell aber keinen Abbruch. Als echter Publikumsliebling erwies sich das Team aus Kamerun, das erst im Viertelfinale an Österreichs Zweierteam mit Felix Friedl, Arwin Kopschar und Maximilian Trummer scheiterte. "Am ersten Tag haben wir es hier schon noch ein wenig kalt empfunden. Aber danach war es wie am Strand", erzählte Joseph Herve Kofane Boyomo begeistert.

Für beste Werbung in Brasilien, das per Globo-TV mit dabei war, sorgten die Auftritte der Legendentruppe um den dreifachen Hallen-Weltmeister und Olympiasieger 2004, Gilberto "Giba" Amaury de Godoy Filho, und den Beachvolleyball-Weltmeister von 2005, Márcio Araújo. Die Routiniers zeigten, dass sie sich auch auf Schnee pudelwohl fühlen, geschlagen geben mussten sie sich nur den beiden österreichischen Teams. In der Vorrunde setzten sich Felix Friedl und Co. gegen die Brasilianer in drei Sätzen durch. Im Viertelfinale war schließlich gegen Florian Schnetzer, Martin Streitfellner, Alexander Huber und Christoph Dressler nach zwei Sätzen Endstation.

Der große Respekt vor den brasilianischen Legenden war den Siegern noch nach dem Match anzuhören. "Es ist eine absolute Ehre, gegen solche Topathleten zu spielen. Vor so einem geilen Publikum dann auch noch gegen sie zu gewinnen ist ein einmaliges Erlebnis", erklärte Schnetzer, dessen Siegeszug damit aber längst nicht beendet war.

Der Lokalmatador hatte bereits vor einer Woche auf der Beachvolleyball-World-Tour mit einem vierten Platz in Kambodscha aufgezeigt. Die Umstellung von Sand auf Schnee, auf drei neue Partner und das neue Snowvolleyball-Format mit drei Spielern am Feld fiel Schnetzer aber nicht schwer. "Dabei haben wir zuvor in dieser Konstellation noch nie miteinander trainiert. Dazu sind wir erst hier oben in Wagrain gekommen. Aber wir kennen uns ja ohnehin alle sehr gut", erklärt der 29-Jährige.

Im Semifinale von Wagrain machte sein Quartett mit der russischen Einsermannschaft kurzen Prozess. Im Endspiel setzten sich die vier im innerösterreichischen Duell gegen die Klagenfurter Friedl, Trummer und Kopschar ebenfalls glatt in zwei Sätzen durch. "Das war einfach ein super Turnier für uns", freute sich Schnetzer.

Weniger gut lief es für Österreichs Damenteam. Elisabeth Klopf, Viktoria Mair, Valerie Teufl und Eva Freiberger schieden in der Zwischenrunde aus. Im Finale setzte sich Russlands Einserteam gegen die Damen aus den USA durch.

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