Olympischem Sommersport fehlt die Basis

Ein Sportland, wie es Salzburg sein will, braucht mehr als Hirscher und Red Bull.

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Standpunkt Christian Mortsch

Im Vergleich zum Wintersport ist die (Erfolgs-)Geschichte von Salzburger Sportlern bei Olympischen Sommerspielen schnell erzählt (siehe Kasten rechts). Allen voran die Segler, angeführt vom doppelt vergoldeten Hans-Peter Steinacher, hielten die Fahne im Zeichen der Fünf Ringe hoch.

Diese Erfolge als Maßstab herzunehmen wäre unangemessen. In Österreich gibt es rund eine Handvoll Athleten mit Medaillenchancen, in Salzburg kämpfen ebenso wenige zunächst erst um die Teilnahme in Tokio 2020. Beinharte Qualifikationskriterien stellen dabei noch sehr hohe Hürden auf diesem Weg dar. Dennoch muss als Beispiel die Frage erlaubt sein, wer etwa Ludwig Paischer aus der Salzburger Judo-Schmiede nachfolgt? Niemand. Auch im Schwimmen fehlen potenzielle Kandidaten zur Gänze. Die Konkurrenzfähigkeit im Sommersport ist ein nationales Problem, wie die medaillenlosen Spiele 2012 oder 2016 (eine Bronzene) zeigen. Ein Problem, das in Salzburg wie nirgendwo sonst in Österreich mit den Erfolgen im Wintersport und im Fußball überdeckt wird.

Wir haben hochkarätige Veranstaltungen. Wir feiern Helden wie Marcel Hirscher und Matthias Walkner. Wir haben die Vorzeigevereine von Red Bull. Doch zu einem Sportland, wie sich die Politik gerne nennt, gehört mehr. Dazu fehlen etwa oft öffentliche Förderungen oder geeignete Sportstätten - und damit die Basis.

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