Regionalsport

Tennis: Der STC ist in sportlichen Nöten

Der Salzburger Tennis-Traditionsverein sucht für die Bundesliga Sponsoren.

Ein Bild aus besseren Tagen: Zum ersten Mal nach 1981 holte der STC den Tennis-Bundesligatitel 2017 nach Salzburg. Knieend Manager Stefan Schiess, der im November den Klub verlassen hat. 2019 wird der Salzburger Traditionsverein vermutlich nicht mehr in der Bundesliga vertreten sein. SN/GEPA pictures
Ein Bild aus besseren Tagen: Zum ersten Mal nach 1981 holte der STC den Tennis-Bundesligatitel 2017 nach Salzburg. Knieend Manager Stefan Schiess, der im November den Klub verlassen hat. 2019 wird der Salzburger Traditionsverein vermutlich nicht mehr in der Bundesliga vertreten sein.

Für den 1. Salzburger Tennisclub könnte die vergangene Bundesliga-Saison auch gleich die letzte gewesen sein. Nach dem Abgang von Manager Stefan Schiess sind dem Meister von 2017 die Sponsoren abhandengekommen. Schiess, der den Club 18 Jahre lang sportlich gemanagt hat, ist nur schwer zu ersetzen. "Schiess hat uns erst im November mitgeteilt, dass er den Club verlassen wird, und für einen entsprechenden Nachfolger blieb zu wenig Zeit", sagt Clubpräsident Florian Kreibich. Schiess hatte ja zuletzt mitgeteilt, dass er beim Salzburger Tennisclub keine Zukunft mehr für sich sehe. "Wenn wir keinen Nachfolger mehr finden", sagt Kreibich, "dann werden wir dem Österreichischen Tennisverband bis Weihnachten mitteilen, dass wir aus der Bundesliga aussteigen." Das hat Folgen: Der Verband würde in solch einem Fall eine Strafe in Höhe von 3500 Euro verhängen und dem Verein eine dreijährige Bundesliga-Sperre auferlegen.

Der Geschäftsführer des Salzburger Tennisverbands, Erich Mild, meinte im SN-Gespräch: "Wir sind sehr besorgt um den STC und auch erstaunt. Denn vor einiger Zeit hätten wir einen Vorschlag mit einem Interessenten gehabt, der die Tennisschule und das sportliche Management hätte übernehmen können - das wurde abgelehnt", so Mild.

Dass der gesamte 1. STC Stiegl in Finanznöten sei - Insider sprechen von 300.000 Euro Schulden -, dagegen verwahrt sich der Clubpräsident: "Wir sind mit unseren rund 370 Mitgliedern gut aufgestellt und haben mit Ende des Jahres sogar nur mehr einen Kredit zu bedienen", sagt Kreibich und ergänzt: "Wir wissen aber, dass wir nach einem Gutachten in fünf bis sechs Jahren die Halle kostenintensiv erneuern müssen." Sparpotenzial gebe es immer: Zuletzt wurden die Personalkosten halbiert.

Der Ex-STC-Manager Stefan Schiess wird kommende Saison für den Zweitliga-Aufsteiger Radstadt arbeiten. Ob einige der STC-Bundesliga-Sponsoren auch dorthin wechseln würden, ist noch nicht bekannt. Radstadt will in der kommenden Saison auf viele junge Salzburger Spieler setzen - etwas, worauf der STC zuletzt häufig verzichtet hatte.

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